
Nach dem Brand in einem Krankenhaus in Ludwigslust mit zwei Toten läuft der Klinikbetrieb mittlerweile wieder normal. „Der Krankenhausstandort Ludwigslust ist mit Ausnahme des Herzkatheterlabors voll leistungsfähig“, sagte der Geschäftsführer der LUP-Kliniken, Alexander Gross. Am 3. Juli hatte eine regionale Gerüstbaufirma mit einem Kran ein Notdach errichtet.
Nach Angaben des Landkreises Ludwigslust-Parchim finden erste Gespräche über schnelle finanzielle Hilfe auf Landes- und Landkreisebene bereits statt. Man bereite sich auf einen Schaden in Höhe von zehn bis zwölf Millionen Euro vor, sagte Landrat Stefan Sternberg (SPD) am 3. Juli. Die Klinik müsse rasch wieder errichtet werden.
Die Polizei habe am späten Nachmittag des 2. Juli die betroffene Kliniketage wieder freigegeben. Nun würden sich die Versicherungsgutachter vor Ort ein Bild machen.
„Brandschutzanlage hat vollumfänglich funktioniert“
„Die Brandschutzanlage dieses Hauses hat vollumfänglich funktioniert“, sagte Sternberg. „Das Gebäude entsprach in diesem Gebäudeteil allen brandschutztechnischen Voraussetzungen und war auch geprüft.“ Dennoch müsse man die Ermittlungen abwarten, diese würden sachlich ausgewertet.
Sorgen mache ihm das viele Wasser, das durch die Löscharbeiten vermutlich in die Dämmung des Gebäudes gelaufen sei. Das Gebäude stehe unter Denkmalschutz und sei mit einer Ziegelfassade vorgeblendet.
Patientenschützer fordern mehr Brandschutz in Kliniken
Eine Art Sprinkleranlage in den Krankenhauszimmern halte Sternberg nicht für sinnvoll. In den Räumen stünden neben den Patientenbetten oft viel Technik. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte nach dem Brand mehr Maßnahmen in Kliniken gefordert. „Eine gesetzliche Pflicht zur Installation von selbstständigen Löschanlagen in sämtlichen Patienten- und Personalzimmern ist überfällig“, sagte Stiftungsvorsitzender Eugen Brysch etwa.
Das ist zum Brandhergang bekannt
Das Feuer war am 2. Juli um 4:29 Uhr in einem Zimmer der Gefäßchirurgie-Station ausgebrochen. Einer von zwei später Verstorbenen soll dort gelegen haben, der Zweite wohl in einem Nachbarraum. Eine weitere Person kam mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus nach Schwerin.
Zum Zeitpunkt des Brandes waren etwa 100 Menschen in dem Gebäude – gut 80 Patientinnen und Patienten sowie rund 20 Mitarbeitende.
Der Grund für das Feuer ist nach Polizeiangaben noch offen. Eine technische Ursache schlossen die Ermittler aus. Für eine vorsätzliche Brandstiftung lägen nach derzeitigem Stand keine Anhaltspunkte vor.
Zweites Opfer noch nicht identifiziert
Bei einem der beiden Toten steht die zweifelsfreie Identifizierung noch aus. Sie soll mittels DNA-Abgleich erfolgen, mit einem Ergebnis sei in den nächsten Wochen zu rechnen. Bei dem bereits identifizierten Opfer handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 85 Jahre alten Mann. Auch der zweite Tote ist den Angaben zufolge ein Mann. Die Angehörigen wurden informiert.







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