
Das RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm wurde nach erfolgreichem Betriebsübergang vollständig in das Klinikum integriert. Bereits Ende 2021 hatte das UKU die verbleibenden Gesellschaftsanteile der Sana Kliniken übernommen und das RKU seitdem als 100-prozentige Tochter geführt.
Mit der nun vollzogenen vollständigen Integration geht auch eine Umbenennung einher: Aus dem RKU wird der „Universitätsklinikum Ulm – Campus Nord Oberer Eselsberg“.
Für UKU-Vorstandsvorsitzenden Prof. Udo X. Kaisers ist der Schritt eine logische Antwort auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Krankenhauslandschaft. „Unser wichtiges Anliegen ist es, die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung in der Region zukunftsfähig aufzustellen“, so Kaisers. Verschiedene Kooperationsmodelle seien zuvor geprüft und gemeinsam mit dem RKU-Betriebsrat bewertet worden. Der vollständige Betriebsübergang habe sich dabei als „klar vorteilhafteste Variante“ herausgestellt.
Neurologie am Hauptstandort, neue Forschungsschwerpunkte am Campus Nord
Mit der Integration stellt das UKU auch die medizinischen Strukturen neu auf. Die Akutversorgung neurologischer Notfälle wird künftig in der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme des Universitätsklinikums erfolgen – ein Schritt, der die Notfallversorgung stärker bündelt.
Der Campus Nord am Oberen Eselsberg soll gleichzeitig als neurowissenschaftliches Zentrum gestärkt werden. Hier entsteht ein Neubau des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), in das auch die Neuropathologie einziehen wird.
Weitere Kernbereiche am Campus Nord bleiben die Orthopädie und Rehabilitationsmedizin. Die Bereiche Sportmedizin sowie die Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie sollen ebenfalls nach der aktuellen Planung dort integriert werden.
Keine Nachteile für das Personal
Für die knapp 1000 Mitarbeitenden bringt der Betriebsübergang nach Angaben des UKU überwiegend stabile oder sogar verbesserte Rahmenbedingungen. „Keiner der Beschäftigten wird durch den Betriebsübergang Nachteile erfahren“, betont Kaisers. Ein neu verhandelter Überleitungstarifvertrag mit ver.di regelt die Integration der nichtärztlichen Mitarbeitenden in den Tarifvertrag TV UK. Besonders Beschäftigte in der Pflege können demnach mit deutlichen Einkommenszuwächsen rechnen.
Für den ärztlichen Dienst stehen tarifliche Überleitungsgespräche in den TV Ärzte im Laufe des Jahres an.
Auch der Personalrat unterstützt den Prozess. Vorsitzender Lukas Pröttel sieht im Übergang „eine Chance, langfristige Perspektiven und sichere Arbeitsplätze zu gewährleisten“, betont aber zugleich die Bedeutung kontinuierlicher Einbindung der Belegschaft.
Politische Unterstützung aus Stuttgart
Rückendeckung kommt ebenfalls vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Ministerin Petra Olschowski lobt die Integration als „wichtigen Schritt zur Stärkung der universitären Spitzenmedizin“. Durch die engere Verzahnung von Akut- und Rehabilitationsmedizin entstünden Vorteile für Patientenversorgung, Forschung und Lehre.
Ministerialdirigent und Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Benz ergänzt, dass mit der Komplettierung des Fächerspektrums „wichtige Entwicklungsperspektiven“ geschaffen würden. Gleichzeitig dankte er dem Projektteam für die Umsetzung des Übergangs zum Jahreswechsel.








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