
Medienberichten zufolge empfiehlt die Geschäftsleitung der SRH Krankenhäuser in Bad Saulgau und Pfullendorf die Häuser zu schließen; hält sie sogar für "alternativlos". Als Gründe hierfür werden betriebswirtschaftliche sowie personelle Aspekte genannt. "Kleinere Standorte stehen zusehends unter Druck. Es wird für sie immer schwerer, Fachpersonal zu bekommen", sagte Geschäftsführer Jan-Ove Faust am Dienstag.
Zusammenführung am Klinikum Sigmaringen
Die Schließung der beiden Standorte mit insgesamt 300 Mitarbeitern soll bis 2023 umgesetzt werden. Ihr medizinisches Konzept stellte die Geschäftsführung indes bereits den drei Gesellschaftern vor. "Das Konzept sieht im Kern eine Bündelung der stationären Patientenversorgung am Standort Sigmaringen vor. Zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung an den Standorten Pfullendorf und Bad Saulgau sind entsprechend ambulante Strukturen auf- und auszubauen und Nachnutzungskonzepte für die bestehende Infrastruktur zu entwickeln. Die in den letzten Jahren zunehmende Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Gesundheitsversorgung und die damit einhergehende wirtschaftliche Entwicklung der Kliniken im Landkreis Sigmaringen machen eine solche umfassende strukturelle Veränderung der Gesundheitsversorgung im Landkreis Sigmaringen notwendig", erklärt Dr. Jan-Ove Faust, Geschäftsführer der SRH Kliniken im Landkreis Sigmaringen und MVZ Tochtergesellschaften.
Die komplette stationäre Versorgung der bisher drei Klinik-Standorte im Kreis Sigmaringen sollen dem Vorschlag der herangezogenen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon nach im Klinikum in Sigmaringen zusammengeführt werden - um die Sicherstellung medizinischer Qualität, Erfüllung von Strukturvoraussetzungen, Konzentration der personellen Ressourcen und notwendiger Wirtschaftlichkeit Rechnung zu tragen. So sieht es das medzinische Zukunftsprofil, das zum 30. Juni 2021 erstellt wurde, vor. Neben der Verlagerung der Gefäßchirurgie von Pfullendorf nach Sigmaringen ist zusätzlich der Aufbau einer Geriatrie geplant. Nur die Notarztstützpunkte bleiben an den Standorten Pfullendorf und Bad Saulgau voraussichtlich erhalten.
Beschließen müssen die Pläne die Gesellschafter, zu denen mehrheitlich die SRH Holding sowie der Landkreis Sigmaringen und der Spitalfonds Pfullendorf gehören. Am Freitag soll das medizinische Zukunftskonzept für den Landkreis den Bürgern bei einer Infoveranstaltung vorgestellt werden.
Überblick über die bisherige Entwicklung
Die Kliniken Landkreis Sigmaringen wurden 2014 zu 51 Prozent an die SRH Kliniken GmbH übertragen. Weitere Gesellschafter sind der Landkreis Sigmaringen (36,26 Prozent) und der Spitalfonds Pfullendorf (12,74 Prozent). 2017 wurde ein medizinisches Konzept für die drei Landkreiskliniken entwickelt, welches im Wesentlichen die medizinische Weiterentwicklung unter Erhalt der drei Standorte sowie den Beschluss für den Neubau am Standort Sigmaringen zum Gegenstand hatte. In den folgenden zwei Jahren konnten Teile des medizinischen Konzepts umgesetzt werden.
Währenddessen haben sich jedoch die Rahmenbedingungen der Gesundheitswirtschaft erheblich geändert, bestimmte Teile des medizinischen Konzepts konnten u.a. auch deswegen nicht realisiert werden. Dies hat dazu geführt, dass erstmals 2019 ein negatives Ergebnis erwirtschaftet wurde. Erste Analysen zeigten, dass dies kein Einmaleffekt war, sondern ein Ergebnis struktureller Themen ist. Flankiert durch die Corona-Pandemie hat sich die Situation 2020 und 2021 weiter zugespitzt. Aufgrund dieser Situation haben die Gesellschafter die Gesch.ftsführung beauftragt, ein neues medizinisches Konzept für die SRH Kliniken im Landkreis Sigmaringen (KLS) zu entwickeln.





Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen