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Großdemo in DüsseldorfTarifstreik an Unikliniken NRW geht in siebte Woche

In der siebten Woche der Streiks für einen Tarifvertrag Entlastung an sechs NRW-Unikliniken werden laut Verdi am Freitag, den 10. Juni 2022 wieder bis zu 1000 Klinikbeschäftigte in Düsseldorf für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gehen.

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Symbolfoto

Die Tarifverhandlungen um einen Entlastungstarifvertrag an sechs NRW-Unikliniken gestalten sich zäh, weshalb die Gewerkschaft Verdi erneut die Beschäftigten der Universitätskliniken zu einer Großdemo aufgerufen hat, um den öffentlichen Druck zu erhöhen.

Sie soll am Freitag, den 10. Juni 2022 in Düsseldorf stattfinden. Um 10:30 Uhr startet die Auftaktkundgebung am DGB-Haus in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Danach geht der Demonstrationszug zum Hofgarten, wo ab 12:30 Uhr die Abschlusskundgebung geplant ist. Hauptredner auf der Kundgebung ist der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Werneke.

„Wahlversprechen sind dafür da, dass diese eingehalten werden. Die Landesregierung NRW muss ihren Anteil an der Finanzierung des Tarifvertrags „Entlastung“ für die sechs Unikliniken übernehmen. Um ein Zeichen zu setzen, müssen die beiden Regierungsparteien das im Koalitionsvertrag fest vereinbaren“, so Frank Werneke, Verdi-Bundesvorsitzender.

Bereits seit dem 20. Mai 2022 verhandelt Verdi mit den Arbeitgebern der sechs Unikliniken für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal. Mindestens sieben weitere Verhandlungstermine seien bis zum 22. Juni geplant. Ein weiterer Knackpunkt in den Verhandlungen sei die Regelung zur Entlastung im nicht pflegerischen Bereich. Physiotherapeuten, Servicemitarbeiter, Labor- und Küchenpersonal, die Liste der Berufsgruppen, die notwendig sind, damit ein Krankenhaus funktioniert, sei lang und alle Beschäftigungsgruppen hätten unter der Sparpolitik der letzten Jahre gelitten, so Verdi. Eine Verbesserung in den Krankenhäusern sei daher nur möglich, wenn sich die Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten positiv verändert.

Update:

Die Unikliniken haben heute in den Gesprächen mit der Gewerkschaft ein Konzept vorgelegt, wie sie die Pflege nachhaltig entlasten wollen. Nach Angaben des Universitätsklinikums Essen sollen die Pflegekräfte in der direkten Patientenversorgung mit den vorgeschlagenen Maßnahmen einfach, unbürokratisch und fair bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe unterstützt werden, unter anderem durch die sofortige Gewährung von Entlastungstagen, die als freie Tage genommen werden könnten. 

Die Entlastungstage ermöglichen den Pflegenden so lange Entlastung durch „Frei“, bis die noch gemeinsam zu vereinbarenden Soll-Besetzungen des Personals erreicht sind. Der vereinbarte Personalaufbau wird dabei in mehreren Stufen realisiert. „Der Weg ist so einfach gestaltet, dass man nicht um einzelne Belastungssituationen streiten und auch keine zusätzliche Bürokratie schaffen muss, um komplizierte Regeln nachzuhalten“, sagt Peter Asché, Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Aachen. „Und das Wichtigste: die Entlastung wirkt sofort.”

Konkret schlagen die Universitätskliniken vor, den Pflegekräften im Schichtdienst in der ersten Entlastungsstufe fünf zusätzliche freie Tage zu gewähren. Gelingt der Personalaufbau und damit auch die Entlastung der Pflege, wird die Anzahl der freien Tage stufenweise reduziert. 

„Wir bauen über diesen innovativen Weg Personal auf – wie gefordert und auch von uns gewollt. Wenn wir das nicht im gemeinsam festgelegten Umfang schaffen, bleiben den Beschäftigten die Entlastungstage erhalten. Unsere Pflege kann also nicht verlieren: Entweder freie Tage oder mehr Personal, das entlastet“, Alexander Pröbstl, Pflegedirektor der Uniklinik Bonn. 

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