
„Die Krankenhausreform verlangt von uns allen, Versorgungsstrukturen neu zu denken“, betont Univ.-Prof. Joachim Windolf, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik RWTH Aachen. Mit der strategischen Partnerschaft mit dem Luisenhospital Aachen würden nun klare Perspektiven geschaffen und die Stärken miteinander verbunden werden. Beide Häuser überführen ihre bisherige Kooperation in eine „strategische Partnerschaft autonomer Einrichtungen“, um die Versorgung in Aachen und der Region langfristig zu stärken.
Kern der Partnerschaft ist eine engere Abstimmung in Struktur- und Leistungsfragen. Die Kliniken wollen medizinische Leistungen stärker koordinieren und perspektivisch klar definierte Rollen in der Versorgung entwickeln. Auch der Uniklinik-Standort Franziskus soll in dieses Modell eingebunden werden und künftig stärker auf ambulante Potenziale ausgerichtet werden. Nach Angaben beider Partner soll ein „leistungsfähiges und aufeinander abgestimmtes Gesamtsystem“ entstehen, das ambulante und stationäre Leistungen besser verzahnt. Die Kooperation ist als dynamischer Prozess angelegt, bei dem weitere Schwerpunkte folgen können.
Ein initialer Fokus liegt auf der Geriatrie. Bereits bestehende Kooperationsansätze werden ausgebaut, unter anderem durch kurzfristigen ärztlichen Personalaustausch und die Nutzung vorhandener Expertise. Weitere Leistungsbereiche sollen geprüft und gegebenenfalls schrittweise integriert oder abgestimmt werden.
Letter of Intent beschlossen
Ein wichtiger Meilenstein ist bereits erreicht: Die Aufsichtsräte beider Häuser haben einem Letter of Intent zugestimmt, der den Rahmen für die kommenden Schritte setzt. Luisenhospital-Vorstand Ralf Wenzel hebt hervor, dass ein abgestimmtes Versorgungssystem für Aachen neue Chancen biete, medizinische Qualität weiterzuentwickeln und die Versorgung nachhaltig zu sichern. Zudem sehen beide Häuser Potenzial, das Modell für öffentliche Fördermöglichkeiten zu qualifizieren und als Beispiel für eine nachhaltige regionale Versorgung zu etablieren.
Die Kooperation ist auch auf Personalentwicklung ausgelegt. Mitarbeitende sollen von gemeinsamen Weiterbildungen, attraktiveren Karrierewegen und einer stärkeren Verbundstruktur profitieren – insbesondere mit Blick auf den bundesweiten Fachkräftemangel.
Wenzel erklärt, Ziel sei es, medizinische Qualität zu steigern und gleichzeitig sichere Arbeitsplätze sowie Entwicklungsmöglichkeiten zu stärken. Windolf ergänzt, die enge Zusammenarbeit biete strukturierte Weiterbildungschancen „über alle Berufsgruppen hinweg“.







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