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AnästhesieUnispital Basel verzichtet auf klimabelastendes Narkosegas

Das Universitätsspital Basel verzichtet zukünftig auf das klimabelastende Narkosegas Desfluran. Über weitere Maßnahmen zum Klimaschutz entscheidet die neu geschaffene Fachstelle für Nachhaltigkeit.

Narkose
Sergey/stock.adobe.com

Symbolfoto

Seit Ende Oktober 2021 verzichtet das Universitätsspital Basel auf das klimabelastende Narkosegas Desfluran. Es schafft eine neue Fachstelle für Nachhaltigkeit und ergreift weitere Massnahmen als Mitglied der Organisation „Global Green and Healthy Hospitals".

Das Narkosegas Desfluran wirkt über 2’500-mal so klimaschädigend wie CO2. Eine siebenstündige Narkose mit diesem Gas entspricht bis zu 15 000 gefahrenen Kilometern mit einem Personenwagen. Dennoch ist der Einsatz von Desfluran in Schweizer Spitälern noch verbreitet.

Die Herausforderungen für ein nachhaltiges Gesundheitswesen sind vielfältig: Ein ungebrochener Trend zu Wegwerf- und Einwegmaterialien, energieintensive Bereiche wie Radiologie und OP, die Verpflegung von Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden. Die neu geschaffene Fachstelle für Nachhaltigkeit am Unispital Basel beschäftigt sich mit diesen und weiteren Herausforderungen im Spitalbetrieb. Im Gesundheitswesen kommt zur Herausforderung kostengünstig und nachhaltig in Einklang zu bringen noch weitere wichtige Erwägungen: Nachhaltigkeit darf nie zulasten von Hygiene und Sicherheit der Patientinnen und Patienten gehen.

Zum Auftakt der UNO-Klimakonferenz am 1. November 2021 weist das Universitätsspital Basel auf die Dringlichkeit der UN-Klimaziele hin. Es leistet einen aktiven Beitrag, das Gesundheitswesen der Schweiz klimafreundlicher zu machen. Seit 2020 veröffentlich das Unispital Basel einen Nachhaltigkeitsbericht mit den getroffenen Massnahmen und Entwicklungen bei Themen wie Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und Abfall auch neu zu Themen wie Aus- und Weiterbildung, Chancengleichheit von sowie Ethik & Compliance.

Dr. Christian Abshagen, Leiter Fachstelle Nachhaltigkeit: „Das Gesundheitswesen der Schweiz ist leider ökologisch nicht nachhaltig. Es verursacht alleine ca. 7 Prozent der Treibhausgasemissionen der Schweiz und gehört mit USA, Australien und Kanada in dieser Hinsicht zu den vier grössten Emittenten pro Einwohner. Dabei wissen gerade wir als Gesundheitsfachpersonen sehr gut, dass die Klimakrise in aller erster Linie eine Gesundheitskrise ist und sein wird."

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