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Angriff mit MesserTödliche Schüsse im Uniklinikum Gießen

Ein Patient soll Personal des Uniklinikums Gießen bedroht haben und ist dann später von alarmierten Polizeibeamten erschossen worden. Offenbar attackierte der 33-Jährige die Einsatzkräfte mit einem Scheckkartenmesser.

Polizei
Studio V-Zwoelf/stock.adobe.com
Symbolfoto

Im Universitätsklinikum Gießen hat ein Polizeieinsatz am zweiten Weihnachtsfeiertag tödliche Folgen gehabt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gießen und des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) kam es gegen 16 Uhr zu einer Schussabgabe durch Polizeibeamte, durch die ein 33-jähriger Mann tödlich verletzt wurde. 

Der Einsatz fand in der geschlossenen psychiatrischen Abteilung des Universitätsklinikums statt, teilte die Staatsanwaltschaft am 29. Dezember mit. Demnach laufen weiter „umfangreiche Ermittlungen in Gestalt von Spurenauswertungen und Zeugenbefragungen“. Wie in derartigen Fällen üblich, hatte aus Neutralitätsgründen das HLKA die Ermittlungen übernommen.

Laut Staatsanwaltschaft liegen inzwischen erste Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchungen vor. Ausweislich des Obduktionsbefundes sei der 33 Jahre alte Mann, der sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in psychiatrischer Behandlung im UKGM befand, durch zwei Schüsse tödlich verletzt worden. Ein Projektil habe ihn im Bein, ein weiteres im Oberkörperbereich getroffen.

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Die Ermittler stellten zudem klar, dass der Verstorbene die eingesetzten Polizeibeamten nicht mit einer Schere, sondern mit einem sogenannten Scheckkartenmesser bedroht und angegriffen haben soll. Das Messer sei am Ereignisort sichergestellt worden. Zunächst hatte es geheißen, das Tatmittel sei eine Schere gewesen. Diese Angabe habe auf der Mitteilung einer Pflegekraft beruht, die den Notruf abgesetzt hatte, so die Staatsanwaltschaft.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen hätten die Beamten den 33-Jährigen vor dem Schusswaffengebrauch mehrfach vergebens aufgefordert, das Messer abzulegen, heißt es weiter. Auch habe der Einsatz des dienstlichen Distanz-Elektroimpulsgeräts („Taser“) offenbar keine Wirkung gezeigt, sodass es schließlich zur Abgabe der beiden Schüsse auf den Angreifer gekommen sei.

Vor dem Einsatz hatte das Klinikpersonal einen Notruf abgesetzt und angegeben, von einem Patienten mit einer Schere bedroht zu werden. Vor Ort trafen die von der Polizei Gießen entsandten Einsatzkräfte der ersten HLKA-Mitteilung zufolge dann auf den Mann, der sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden habe.

Das Klinikum selbst äußere sich derzeit nicht zu dem Vorfall, hieß es auf Anfrage von kma.

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