
Die Zahlen sind nach wie vor alarmierend: „Laut einer Befragung des Marburger Bundes kennen fast 90 Prozent der Ärztinnen und Ärzte verbale Gewalt am Arbeitsplatz, mehr als jede oder jeder Zweite hat körperliche Übergriffe erlebt“, sagt der niedersächsische Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD).
Niedersachsen hat die Initiative „Angriffe auf Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches und pflegerisches Personal“ erfolgreich in den Bundesrat eingebracht. Die Bundesregierung wird nun aufgefordert, zeitnah einen Gesetzesentwurf zur Verbesserung des Schutzes der Mitarbeitenden in der Gesundheitsversorgung vorzulegen.
„Solche Angriffe haben Folgen“
„Beleidigungen, Bedrohungen, tätliche Übergriffe – all das ist für viele leider keine Ausnahme mehr, sondern Teil ihres beruflichen Alltags“, so Philippi weiter. „Solche Angriffe haben Folgen – nicht nur für die Betroffenen, sondern für die gesamte Gesellschaft. Sie gefährden das Vertrauensverhältnis zwischen medizinischem Personal und Patientinnen und Patienten. Sie führen zu Rückzug, zu emotionaler Distanz – und nicht selten dazu, dass engagierte Fachkräfte ihren Beruf verlassen.“
Der Staat sei Philippis Meinung nach dazu verpflichtet diesen Berufsgruppen Rückhalt zu bieten. „Denn wer anderen hilft, verdient Schutz.“ Zum einen natürlich mit Strafverfolgung. Aber auch der gezielten Untersuchung der Ursachen von Gewalt.
„Dazu können bessere Personalschlüssel, Schulungen im Konfliktmanagement, bauliche Schutzmaßnahmen und Deeskalationskonzepte gehören. Diese Maßnahmen wirken oft nachhaltiger als höhere Strafen“, sagt der Minister.








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