Georg Thieme Verlag KG

Neuer Klinik-CampusVergabe des Generalplaner-Auftrags für Uniklinik Würzburg

Im Bauvorhaben an der Würzburger Uniklinik (UKW) rund um das Erweiterungsgelände Nord geht es voran. Bayern hat den Generalplaner-Auftrag für den ersten Bauabschnitt mit den Neubauten für die „Kopfkliniken“ und des „Zentrums Frauen-Mutter-Kind“ erteilt.

Uniklinikum Würzburg Nord Perspektive
Loomn Architektur Visualialisierung

Visualisierung des mit dem ersten Preis prämierten Entwurfs von Hascher Jehle Architektur (Berlin) für neuen Klinik-Campus an der Uniklinik Würzburg.

Den Auftrag zur Erweiterung des Universitätsklinikums Würzburg, der größten Klinik in Unterfranken, sichert sich der Preisträger des Planungs-Wettbewerbs, die Hascher Jehle Objektplanung GmbH, Berlin. „Die Weichen für die innovative bauliche Zukunft der Würzburger Universitätsmedizin sind damit gestellt“, sagte Prof. Dr. Jens Maschmann, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik, beim Besuch von Ministerpräsident Markus Söder.

Auf dem rund zehn Hektar großen, bisher unbebauten Gelände nordwestlich der bestehenden Zentren für Operative Medizin (ZOM) und Innere Medizin (ZIM) im Würzburger Stadtteil Grombühl sollen zukünftig neue Klinik-Gebäude für die jetzigen Kopfkliniken und für das neue „Zentrum Frauen-Mutter-Kind“ entstehen. Hierfür werden die derzeit rund 600 Betten von den Altgebäuden zukünftig in den Neubau verlagert. Die Eröffnung der Kopfkliniken erfolgte 1970 bzw. 1973. Die bestehende Frauenklinik öffnete ihre Tore im Jahr 1934. Die verteilten Gebäude der Kinderklinik nahmen den Betrieb in den Jahren 1921 und 1961 auf. Insgesamt verfügt das UKW aktuell über rund 1 400 Betten für die Patientenversorgung.

1. Bauabschnitt schlägt mit 822 Millionen Euro zu Buche

Für den ersten Bauabschnitt von Kopfkliniken und Zentrum Frauen-Mutter-Kind wird aktuell – ohne Berücksichtigung der Erschließung – mit geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 822 Millionen Euro gerechnet. Die konkrete Kostenermittlung für die bauliche Umsetzung des Siegerentwurfs erfolgt im Rahmen der weiteren Planungen durch den beauftragten Generalplaner. Der Baubeginn für die vorbereitenden Maßnahmen ist bei kontinuierlicher Planung frühestens im Jahr 2025 vorgesehen. Voraussichtlich abgeschlossen und inbetriebgenommen werden die Neubauten auf dem Erweiterungsgelände im Jahr 2032.

Ende März 2022 hatte der Würzburger Stadtrat grünes Licht zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Erweiterungsgelände Nord am UKW gegeben. „Mit der aktuellen Auftragsvergabe durch den Freistaat folgt nun die nächste wichtige Entscheidung.“, betonte Prof. Maschmann. Ministerpräsident Söder besichtigte am UKW zunächst das Erweiterungsgelände Nord. Im Anschluss informierte er sich über aktuelle Projekte der Würzburger Universitätsmedizin. Dazu zählt etwa eine VR-Brille, mit der in der Studierenden-Ausbildung Notfälle realistisch dargestellt werden können sowie ein in Würzburg entwickelter „Tele-Intensivmedizin-Visitenwagen“. Damit können sich Würzburger Intensivmediziner direkt auf die Intensivstationen umliegender Kliniken live „zuschalten“.

Die „Kopfkliniken“ des UKW befinden sich derzeit im Gebäudekomplex „B1“ und „B2“ an der Josef-Schneider-Straße. Zu den Einrichtungen der Kopfkliniken zählen u.a.:

  • Augenklinik
  • HNO-Klinik
  • Klinik für Neurochirurgie
  • Klinik für Neurologie
  • Weitere Funktionsbereiche (z.B. Radiologie)

Im zukünftigen „Zentrum Frauen-Mutter-Kind“ sollen nach Fertigstellung auf dem Erweiterungsgelände die bislang auf mehrere Standorte im Altcampus verteilten Klinik für Frauenheilkunde (Gebäudekomplex C 15) und die Kinderklinik (Gebäude D30, D31, D5, C6) sowie weitere Funktionsbereiche zusammengeführt werden.

Klinik-Apotheke und Rechenzentrum in Planung

Laut Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW, will das Universitätsklinikum zusätzlich zwei weitere Projekte in Eigenregie und überwiegend aus eigenen Mitteln realisieren. So soll auf dem Altcampus des UKW ein Neubau für einen Teil der Klinik-Apotheke für rund 20 Millionen Euro entstehen. Rieger: „Der Bauantrag hierfür wurde jüngst eingereicht. Mit der Inbetriebnahme, die für 2024 geplant ist, werden wir die Arzneimittelversorgung weiter verbessern können.“ Zudem laufen die Planungen für den Neubau des Rechenzentrums, um für die zahlreichen Digitalisierungsprojekte des Klinikums eine moderne Infrastruktur zu errichten.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!