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StellenabbauWarnung vor steigender Belastung für Krankenhausärzte

Die Klinikärztinnen und -ärzte im Norden müssen laut dem Marburger Bund Schleswig Holstein eine immer größer werdende Arbeitslast schultern. Klinikträger würden bereits Stellen abbauen oder diesen Schritt planen, wie eine Umfrage bestätige.

Untersuchung
Andrey Popov/stock.adobe.com

Symbolfoto

Das ärztliche Personal im Norden Deutschlands muss mit einer immer größeren Arbeitslast umgehen. Das geht aus einer Umfrage des Marburger Bundes hervor, an der sich mehr als 600 Krankenhausärztinnen und -ärzte aus dem nördlichsten Bundesland beteiligten, wie der Ärzteverband mitteilte.

Ein Drittel der Befragten gab an, dass in ihrer Abteilung 2021 bereits Arztstellen abgebaut worden seien. Einer von zehn gab an, dass der Stellenabbau geplant sei. Kliniken von privaten Trägern seien stärker betroffen als kommunale Kliniken.

Die Folgen der Stellenstreichungen seien eine hohe Arbeitsbelastung, Überstunden und Mehrarbeit für die ärztlichen Beschäftigten. „Seit vielen Jahren arbeiten die Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern vielerorts am Limit”, kritisierte der Vorsitzende des Marburger Bundes Schleswig-Holstein, Michael Wessendorf. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, für die das noch mehr Arbeitsstress und Hetze bedeutet.”

72 Prozent hätten angegeben, eine verlässliche Dienstplanung in ihrer Abteilung sei nicht mehr möglich. Drei Viertel seien der Meinung, die momentane ärztliche Personalausstattung in ihrer Abteilung reiche für eine gute Patientenversorgung nicht aus. Fast 50 Prozent der Ärzt*innen planen der Umfrage zufolge, ihre Arbeitszeit im Krankenhaus zu reduzieren. 40 Prozent hätten sogar vor, den Arbeitsplatz Krankenhaus ganz zu verlassen.

Der Marburger Bund Schleswig-Holstein forderte Politik und Arbeitgeber auf, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Gesetzliche Untergrenzen für das ärztliche Personal seien nötig.

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