
Zum 1. Januar 2027 soll das KMG Klinikum in Wittstock/Dosse schließen. Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller (BSW) sicherte im Landtag zu, dass die Rettungswache erhalten bleibt und künftig rund um die Uhr geöffnet ist. „Die Rettungswache in Wittstock wird erhalten bleiben“, sagte Müller. Der Rettungsdienst werde zum 1. Januar 2027 um einen dritten Rettungswagen ergänzt, zudem soll ein Bedarfsplan für die Luftrettung erarbeitet werden. Die Versorgung werde nicht nur anders, sondern „sogar besser“.
Die KMG Kliniken hatten die Schließung ihres Krankenhauses im Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit den Vorgaben der Krankenhausreform begründet. Die Kardiologie und die Gastroenterologie sollen an den Standort Pritzwalk des KMG Klinikums Nordbrandenburg verlagert werden.
Konzept für medizinische Versorgung in Wittstock
Nun gibt es ein Konzept für die zukünftige medizinische Versorgungsstruktur in Wittstock; die KMG Kliniken haben es am 18. November ein veröffentlicht. Es sieht mehrere Stufen vor: Zunächst soll die notärztliche Versorgung durch eine eigene Dienstsäule mit permanenter Präsenz gesichert werden. Nach Angaben des Unternehmens wurden dazu bereits Gespräche mit dem Träger des Rettungsdienstes geführt, entsprechende Verträge sollen nun vorbereitet werden.
Spätestens mit Einstellung der stationären Versorgung ist ein ambulantes kardiologisches Angebot geplant, einschließlich Schrittmacher- und ICD-Kontrollen, Echokardiografien und Belastungstests.
Nach dem Verständnis der KMG Kliniken ist geplant, dass am Standort Wittstock mit Fördermitteln ein Gesundheitscampus entstehen soll. Er soll die nötige Gebäude- und Medizininfrastruktur bereitstellen und Ärztinnen und Ärzten unter der Trägerschaft eines MVZ sowie niedergelassenen Praxen die Ansiedlung ermöglichen. Geplant sind Anreize für neue Fachrichtungen. Als Standort wird unter anderem die Alte Tuchfabrik diskutiert.
Herzstück des Campus soll ein Zentrum für ambulantes Operieren werden, wofür ein anästhesiologischer Kassenarztsitz notwendig wäre. Nach Angaben von KMG ließe sich ein teilstationäres Modell wie in Bad Frankenhausen umsetzen, wo ein Aufwachbereich mit kombinierten Betten für Übernachtungen eingerichtet wurde. Operateurinnen und Operateure könnten sowohl am Campus angesiedelte als auch externe Ärztinnen und Ärzte sein.
Darüber hinaus möchte KMG dazu beitragen, dass der D-Arzt für Arbeits- und Wegeunfälle auch nach Einstellung des Klinikbetriebs bis zur Fertigstellung eines neuen Gesundheitscampus in Wittstock tätig sein kann. Zudem will KMG konventionelles Röntgen in Wittstock beibehalten und die Befundung teleradiologisch über die ambulante Radiologie in Pritzwalk sicherstellen. CT und MRT sollen künftig in Pritzwalk oder Kyritz erfolgen. Ergänzend sind eine ambulante Physiotherapie und Konzepte für stationäre Nachsorge vorgesehen.








Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen