Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Dr. Christiane Stehle

Die Kombination von medizinischer Kompetenz und Krankenhausleitung machen den Reiz im Alltag von Dr. Christiane Stehle, Medizinischer Vorstand im Klinikum Oldenburg, aus. Sie verrät, wie sie sich diesen in 20 Jahren vorstellt.

Dr. Christiane Stehle
Klinikum Oldenburg/Composed by Thieme

Dr. Christiane Stehle, Medizinischer Vorstand im Klinikum Oldenburg.

Was macht Ihren Beruf zu Ihrer Berufung?

Ich freue mich jeden Tag auf die Begegnung mit den Mitarbeitenden der unterschiedlichsten Berufsgruppen, die es nur gemeinsam schaffen können, eine professionelle Patientenversorgung sicherzustellen.

Die Möglichkeit der Gestaltung und Einflussnahme auf eine interprofessionelle Versorgung von Patientinnen und Patienten macht für mich den Beruf zu einer Berufung und gleichzeitig zu einer täglichen Herausforderung. Die Möglichkeit meine medizinische Kompetenz mit Führungserfahrung in der Krankenhausleitung zu vereinen, macht den Reiz des Alltäglichen aus.

Wann und wie wurde Ihr Interesse an der Gesundheitsbranche geweckt?

Mein Interesse an der Medizin wurde schon früh in meiner Kindheit durch mein Elternhaus geweckt. Nach meiner Facharztausbildung und den Jahren mit beruflicher Erfahrung wurde mir durch ein berufsbegleitendes Studium der Blick in die Möglichkeiten der Krankenhausführung gegeben, den ich dann konsequent über viele Jahre bei privaten, kommunalen und universitären Krankenhausträgern in unterschiedlichsten Positionen verfolgt habe. Ich durfte dabei viel Erfahrung sammeln und habe die Vereinbarung von medizinischem Wissen und einem betriebswirtschaftlichen Blickwinkel immer als großen Vorteil gesehen.

Was muss sich in der Gesundheitsbranche ändern und warum?

Das Jahr mit der Pandemie hat gezeigt, wie stark das deutsche Gesundheitswesen ist und auch welche hervorragenden Leistungen in den einzelnen Krankenhäusern von allen Berufsgruppen über viele Monate erbracht wurden. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten stand zunächst im Vordergrund und der ökonomische Druck, der auf den Häusern lastet, trat in den Hintergrund. Gesundheit als Daseinsfürsorge sollte konsequent weiterverfolgt werden. Die ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen müssen sich einander nähern, um eine ausgewogenen Versorgung in allen Bereichen zukünftig sicherzustellen. Der Mangel an Personal in den pflegerischen und ärztlichen Berufsgruppen wird uns zu einem Umdenken in der Gesundheitsbranche zwingen.

Wie stellen Sie sich Ihren Beruf in 20 Jahren vor?

Ich wünsche mir, dass wir dann nicht mehr nur von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz reden, sondern diese in den Alltag der Medizin voll integriert haben. Dass dieses Thema ebenso selbstverständlich ist, wie bereits heute der Umgang mit einem Smartphone im Alltag außerhalb eines Krankenhauses.

Ich wünsche mir außerdem, dass der Beruf weiterhin für alle Berufung sein kann und wird, weil Patientin oder Patient im Fokus des Handelns steht. Die interprofessionelle Versorgung auf Augenhöhe mit akademisierten Pflegekräften, ärztlichen Mitarbeitenden und allen weiteren Berufsgruppen sichert dann die hohe Qualität der Gesundheitsversorgung.

Was darf für einen erfolgreichen Tag nicht fehlen?

Der alltägliche abendliche Austausch mit meinem Mann.

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