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Serie5 Fragen an Dr. Susanne Ozegowski

„Digitalisierung ist nicht das Ziel, sondern „nur“ Mittel zum Zweck“, so Dr. Susanne Ozegowski, Geschäftsbereichsleiterin Unternehmensentwicklung bei der Techniker Krankenkasse (TK). Es brauche größeren Fokus auf den Nutzen, z.b. die Patientensicherheit.

Dr. Susanne Ozegowski
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Dr. Susanne Ozegowski, Geschäftsbereichsleiterin Unternehmensentwicklung bei der Techniker Krankenkasse.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Derzeit ist mein Arbeitstag – wie bei vielen – sehr stark Videokonferenz-lastig: Ich bin viel in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen, in denen wir uns gemeinsam zur strategischen Ausrichtung der TK, unseren digitalen Initiativen, der Agilisierung der TK etc. austauschen. Aber ich suche natürlich auch regelmäßig den Kontakt „nach draußen“ - sowohl innerhalb der GKV als auch branchenübergreifend, um hier noch Impulse zu bekommen.

Wo wachsen Ihre persönlichen mit gesellschaftlichen Zielen zusammen?

Aus meiner Sicht lassen wir im Gesundheitswesen noch immense Potenziale ungenutzt, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten erheblich zu verbessern – beispielsweise durch individuelle, datenbasierte Behandlungspfade, niedrigschwelligeren digitalen Zugang, personalisierte Gesundheitsempfehlungen. Das alles sind Themen, die mich auch tagtäglich in meiner Arbeit umtreiben und in denen ich durch meine Tätigkeit bei der TK auch Veränderungen im Gesundheitssystem insgesamt anstoßen möchte.

Welches Thema erhält zu wenig Beachtung in der Gesundheitsbranche?

Wir sprechen derzeit viel über die Digitalisierung im Gesundheitswesen - mit einem sehr technologie-, produkt- oder risikoorientierten Fokus. Dabei kommt aus meiner Sicht der Fokus auf den Nutzen zu kurz - für mehr Patientensicherheit, eine stärkere Souveränität der Patientinnen und Patienten, personalisiertere und dadurch bessere Versorgungsangebote. Digitalisierung ist ja nicht das Ziel, sondern „nur“ Mittel zum Zweck.

Gibt es Fachbereiche, die stärker kooperieren sollten?

Davon gibt es sicherlich eine Menge. Um noch einmal meinen Punkt der Nutzenorientierung aufzugreifen: Es sollte eine engere Zusammenarbeit zwischen denjenigen, die technische Standards festlegen, die die Produkte technologisch entwickeln, denjenigen, die die Anreiz- und Geschäftsmodelle im Gesundheitssystem verstehen und denjenigen, für die die Produkte einen Nutzen stiften sollen, geben. Heute werkelt noch zu häufig jeder für sich nach bestem Wissen und Gewissen – damit bleibt aber viel Potenzial liegen.

Haben Sie ein Vorbild?

Nein. Ich bewundere Menschen, die eine Zielvision haben, die über ihr Eigeninteresse hinausgeht, und diese Vision konsequent verfolgen.

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