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Serie5 Fragen an Jana Aulenkamp

Die Corona-Pandemie hat die guten und die schlechten Seiten des deutschen Gesundheitssystems hervorgekehrt. Für Jana Aulenkamp, Assistenzärztin der Universitätsmedizin Essen und Co-Gründerin von match4healthcare, muss künftig vor allem mehr Patientenzentrierung her.

Jana Aulenkamp
Privat/Composed by Thieme

Jana Aulenkamp, Assistenzärztin an der Universitätsmedizin Essen und Co-Founder match4healthcare.

Was macht Ihren Beruf zu Ihrer Berufung?

Aktuell befinde ich mich noch in einer Findungsphase und kann noch nicht sagen, dass ich meine „Berufung“ oder meine endgültige Nische gefunden habe. Mir macht die Arbeit mit verschiedenen Menschen in einem harmonischen Arbeitsumfeld in Kombination mit herausfordernden Aufgaben und manuellen Tätigkeiten, wie ich sie in der Anästhesie vorfinde, sehr viel Spaß. Des weiteren finde ich es toll im Kleinen mitzugestalten und eigene Projekte zu realisieren.

Wann und wie wurde Ihr Interesse an der Gesundheitsbranche geweckt?

Mein Interesse an Gesundheit und dem Umgang mit Gesundheit wurde erstmals in der Schule durch den Schulsanitätsdienst geweckt. Ich fand die Vorstellung spannend, mit kritischen Situationen souverän umgehen zu können und nicht nur passiv am Rande zu stehen. Davon ausgehend, habe ich die Durchführung von verschiedenen medizinischen Leistungen als erfüllend empfunden und bin daher, trotz der einschneidenden Rahmenbedingungen in dem Feld geblieben.

Was muss sich in der Gesundheitsbranche ändern und warum?

Spätestens seit der Covid-Pandemie sollte jeder verstanden haben, dass mit unserer Finanzierung und unseren Strukturen im deutschen Gesundheitssystem etwas nicht stimmt. Die Gesundheit der Menschen steht nicht im Vordergrund, sondern die Erbringung von Leistungen, die leicht abrechenbar sind. Das muss sich ändern, damit wir ein System der Gesundheitsförderung aufbauen können, das individuell auf verschiedene vulnerable Bevölkerungsgruppen eingehen kann.

Wie stellen Sie sich Ihren Beruf in 20 Jahren vor?

Persönlich wünsche ich mir, dass einerseits viel mehr Wert auf Prävention und Gesundheitserhaltung gelegt wird. Andererseits wünsche ich mir, dass die Menschen, sowohl das Personal als auch Patientinnen und Patienten, mehr wertgeschätzt werden und dass "weiche Faktoren", die auch ergebnisrelevant sind, in den Fokus rücken und eine viel sinnvollere Zusammenarbeit über Krankenhausgrenzen hinweg etabliert wird, auch mit digitaler Unterstützung.

Was darf für einen erfolgreichen Tag nicht fehlen?

Für mich kann ein erfolgreicher Tag ganz unterschiedlich aussehen. Toll finde ich es, wenn ich etwas Neues lerne oder kennenlerne, wenn ich spannende Begegnungen mit Menschen habe oder wenn ich Zeit habe um zur Ruhe zukommen. In jedem Fall darf ein Spaziergang mit meinem Hund in der Natur nicht fehlen. 

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