Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Prof. Henriette Neumeyer

Als Studiengangsleiterin an der Nordakademie und selbstständige Beraterin kombiniert Prof. Henriette Neumeyer Themen aus Medizin, IT und Ökonomie. Für die Zukunft wünscht sie sich mehr Orientierung am Patientenprozess.

 

Prof. Henriette Neumeyer
Ralf Seegers/Composed by Thieme

Prof. Dr. Henriette Neumeyer, Studiengangsleiterin Healthcare Management an der Nordakademie.

Was macht Ihren Beruf zu Ihrer Berufung?

Spannende Themen aus Medizin, IT und Ökonomie mit einem menschlichen Anspruch zu kombinieren, prägen sowohl meine Arbeit als Professorin für Healthcare Management und als Beraterin. Kreativ und konzeptionell Gesundheitsthemen der Zukunft wie die Digitalisierung und Integrierte Versorgung mitzugestalten, ist dabei für mich genau der richtige Ort, um einen Unterschied zu machen. Dass ich dabei immer wieder mit inspirierenden und ambitionierten Persönlichkeiten arbeiten darf, empfinde ich als Privileg.

Wann und wie wurde Ihr Interesse an der Gesundheitsbranche geweckt?

Einige Mitglieder meiner Familie haben mir vorgelebt, wie wertvoll eine berufliche Laufbahn im Gesundheitswesen sein kann. Patienten und Medizin sind mir so von klein auf begegnet und mit meiner ärztlichen Ausbildung auch mein Beruf geworden. Aus meiner Faszination für Innovationsthemen, gesellschaftlichen Wandel und Unternehmertum ist dann die Beschäftigung mit neuen Geschäftsmodellen im Umfeld unseres solidarisch finanzierten Gesundheitssystems geworden. Dies Kombination gibt mir immer wieder den Antrieb, mich für eine empathische und integrierte Gesundheitsversorgung einzusetzen und dabei neue Wege zu gehen.

Was muss sich in der Gesundheitsbranche ändern und warum?

Kurz gesagt: mehr Orientierung am Patientenprozess und dessen langfristigen Ergebnissen. Dies ist natürlich nur möglich, wenn der Ordnungsrahmen dafür nachhaltige Anreize setzt, z.B. durch neue Vergütungsrealitäten. Ich wünsche mir eine Transformation nach dem Design Grundsatz „Form folgt der Funktion“, also der Idee, dass Versorgungsinnovation nicht am Ordnungs- und Vergütungsrahmen scheitern darf. Dazu muss man es den Kolleginnen und Kollegen am Patientenbett so einfach wie möglich machen, z.B. auch durch Bürokratieabbau.

Wie stellen Sie sich Ihren Beruf in 20 Jahren vor?

Ich denke, dass sich durch die digitalen Möglichkeiten der Prozess der Patientenversorgung in Richtung einer Präferenz für bequeme, telemedizinisch-gestützte „Zu Hause“-Medizin entwickeln wird – bei gleichzeitig effektiver Hochleistungsmedizin in den Zentren. Mit meinem Ansatz der Klinischen Beratung, an der Schnittstelle zwischen Medizin, Management und Technologie praxisfähige Innovation zu erdenken, hoffe ich auch dann noch viele spannende Projekte mit innovationsfreudigen Gründern und Machern zu gestalten.

Was darf für einen erfolgreichen Tag nicht fehlen?

Das Gefühl, durch kreative Arbeit und menschlichen Austausch Ergebnisse und Inspiration zu schaffen!

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