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PersonalbesetzungsverfahrenChefarztsuche stellt oftmals Herausforderung für Kliniken dar

Chefarztbesetzungsverfahren sind für Kliniken große Herausforderungen. Gute Kandidaten sind in manchen Fächern rar und nur schwer für bestimmte Standorte zu gewinnen. In Besetzungsverfahren kann aus Sicht der Kandidaten viel falsch laufen.

Einigung
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Aber auch die Kandidaten sind häufig zu unerfahren, um sich richtig zu verhalten. Viele Kliniken müssen immer häufiger feststellen, dass sie Chefarzt-„Kaliber“, die sie gerne hätten, nicht bekommen. In Großstädten und deren Speckgürtel wie Berlin, Hamburg, Stuttgart und München ist das Angebot an guten Kandidaten, die sich auf eine Anzeige bewerben, noch vergleichsweise groß.

So profitiert die Klinik in Rosenheim davon, dass viele gut ausgebildete Ärzte  im Dunstkreis von München bleiben wollen und bekommt noch einen habilitierten Gastroenterologen, während diese Position in anderen Regionen oft kaum zu besetzen ist. Kliniken im ländlichen Raum fällt es immer schwerer, die richtigen Kandidaten zu gewinnen. Lösung bietet oft nur die direkte Ansprache über Personalberater.

Doch auch das Fachgebiet spielt eine entscheidende Rolle. Obwohl zum Beispiel einige Gynäkologien geschlossen wurden, haben viele Häuser Probleme, adäquate Führungspersönlichkeiten zu finden. Die peripheren Häuser suchen Allrounder, die kaum noch ausgebildet werden, die Geburtshilfe ist aufgrund der Dienstbelastung unattraktiv und der Frauenanteil ist höher als in vielen anderen Fachgebieten – damit ist aber auch leider der Drang zur Letztverantwortung gering.

Kandidaten wollen positiv gefordert werden

Oft befinden sich gute Kandidaten in mehreren Bewerbungsverfahren - sie haben die Auswahl. Umso wichtiger wird die Attraktivität des Bewerbungsprozesses, da sie davon auf die Strukturen und die Führung des Unternehmens schließen. Für Kandidaten ist es „anstrengend“, sofort in eine große Kommission bei einem Träger gehen zu müssen. Der Informationsbedarf ist auf der Seite des Kandidaten sehr hoch, wird aber in dieser großen Runde nicht befriedigt.

Einige Kliniken führen zunächst eine kleine Runde mit der Geschäftsführung durch und klären, ob neben allen fachlichen Anforderungen die Kompetenzen hinsichtlich Steuerung einer Abteilung, Führung der Mitarbeiter und Kooperationsfähigkeit vorhanden sind – und vor allem ob die Persönlichkeit zur Unternehmenskultur passt, was sich in der großen Runde nur schwer klären lässt.

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