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KrankenhäuserDKI-Studie legt Verbesserungspotenziale beim Klimaschutz offen

Deutsche Kliniken steuern auf hohe Gaskosten zu und dringen auf Milliarden-Investitionen für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz. Eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) verdeutlicht nun das Potenzial in Krankenhäusern.

Nachhaltigkeit
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Laut Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dürften viele Kliniken spätestens ab kommendem Jahr von Preissteigerungen und kurzfristigen Schwankungen des Gaspreises betroffen sein. Für größere Häuser mit mehr als 600 Betten bedeute dies eine Verdreifachung der Gaskosten, so dass statt 800 000 Euro pro Jahr dann 2,4 Millionen Euro fällig würden.

Gaß drängt auf Inflationsausgleich

Man könne in Krankenhäusern bei Volllast nicht beliebig Temperaturen herunterregeln, erläuterte Gaß. Sie seien auch nicht in der Lage, gestiegene Preise bei Energie, Lebensmitteln oder Medizintechnik irgendwie an Endkunden weiterzugeben. Um dies abzufedern und weitere wirtschaftlich bedingte Schließungen verhindern zu können, benötigten die Kliniken dringend einen Inflationsausgleich. Bei den Pauschalen für Behandlungsfälle als einziger Einnahmequelle der Kliniken sei in diesem Jahr eine gedeckelte Anhebung von 2,32 Prozent vorgesehen. Zwar stünden Krankenhäuser in der Prioritätenliste für den Fall von Gasknappheiten weit oben, Sorge bereite aber die Abhängigkeit von Zulieferern wie Wäschereien, die ebenfalls auf Gas angewiesen seien.

Die Krankenhausgesellschaft drängt daher auf einen von Bund und Ländern gemeinsam zu finanzierenden Krankenhaus-Klimaschutzfonds. So sei für eine Umsetzung aller möglichen Maßnahmen zur CO2-neutralen Modernisierung ein Programm in mittlerer zweistelliger Milliardenhöhe nötig.

Studie verdeutlicht Potential

Eine Studie des DKI im Auftrag der DKG zeigt: Klimaschutz in Krankenhäusern kann einen bedeutsamen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leisten. Insgesamt werden rund 5 Prozent des nationalen Ausstoßes dem Gesundheitswesen zugeschrieben. Die fehlende Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen und die bislang nicht vorhandene politische Unterstützung haben den Klimaschutz in den Krankenhäusern jedoch ausgebremst. So stünde Klimaschutz auf der strategischen Agenda vieler Krankenhäuser, das Potential sei jedoch noch nicht ausgeschöpft. Am häufigsten würden Kliniken Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich der Energie- und Stromversorgung sehen; bei der Wärmeversorgung sehe jedes zweite Krankenhaus Handlungsbedarf.

Die Ergebnisse der Studie liefern erstmalig einen Einblick in klima- und energierelevante Daten deutscher Krankenhäuser. Dabei liegt der Fokus auf den Bereichen: Anpassungsstrategie, Energiemanagement und Nutzerverhalten, Strom, Wasser-, Wärme- und Kälteversorgung sowie Abfallmanagement. Zusätzlich bieten über 100 ermittelte Klimaschutzmaßmaßnahmen praxisorientierte Umsetzungsmöglichkeiten zur CO2-Einsparung im Krankenhaus, die gerade bei der Erneuerung von technischen Anlagen, der Wärmerückgewinnung und dem Austausch fossiler gegen erneuerbare Energien eine große Rolle spielen.

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