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GesundheitswesenHitzeschutz in Berlin noch ausbaufähig

Laut Berliner Ärztekammer-Präsident Peter Bobbert ist eine Ausweitung des Hitzeschutzes an Krankenhäusern und Seniorenheimen dringend notwendig. Den neu erarbeiteten Musterplan für Einrichtungen hat bisher nur ein Berliner Krankenhaus umgesetzt.

Hitzewelle
Günter Albers/stock.adobe.com

Symbolfoto

Mit Umbauten, Hitzeschutzplänen und anderen Maßnahmen wollen sich Berliner Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen besser auf Hitzewellen einstellen. Das Gesundheitswesen in Berlin sei insgesamt noch nicht genügend auf Hitzeperioden vorbereitet, sagte der Präsident der Berliner Ärztekammer, Peter Bobbert.

Im Juni 2022 hatte ein neues Hitzeschutzbündnis Musterpläne für Krankenhäuser und weitere Einrichtungen im Berliner Gesundheitswesen vorgestellt. Das Interesse und die Akzeptanz daran seien enorm, sagte Bobbert. Zu dem Bündnis gehören neben der Ärztekammer die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) und die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung. Laut Bobbert hat das Evangelische Krankenhaus Hubertus in Zehlendorf als einziges Krankenhaus den Musterplan bereits umgesetzt.

Charité und Vivantes rüsten gegen Hitze auf

Die Charité habe in verschiedenen Bereichen Klima- und Sonnenschutzanlagen installiert, sagte ein Sprecher. Demnach werden auch Hitzeschutzpläne ausgearbeitet.Vivantes war an der Erstellung des Musterhitzeschutzplans beteiligt und setze diesen um, berichtet Sprecher Christoph Lang. „Die mittel- und langfristigen Maßnahmen, die sich vor allem auf bauliche Veränderungen beziehen, können allerdings nur nach und nach umgesetzt werden und sind auch abhängig vom Vorhandensein entsprechender Investitionsmittel“, so der Sprecher des landeseigenen Konzerns.

Hitzeschutz mit banalen Maßnahmen

Die Hitzeschutzpläne gehen auf unterschiedliche Aspekte ein – zum Beispiel Fortbildungen zu hitzebedingten Erkrankungen und temperaturgerechte Aufbewahrung von Medikamenten. Auch banale Dinge seien gelistet, wie genug Wasser auf Stationen zu haben, sagte Bobbert. Es gebe auch Schritte, die mehr Zeit brauchten, wie die Anpassung von Gebäuden.

Ältere Menschen gehören zu der Gruppe, die besonders geschützt werden müsse, sagte Bobbert. Es sei wichtig, auch auf ältere Menschen in der Nachbarschaft zu achten, ihnen zum Beispiel an heißen Tagen Einkäufe abzunehmen, damit sie das Haus nicht verlassen müssten. So biete man in den Caritas-Seniorenheimen verstärkt Sommergetränke, wie eisgekühlten Eistee oder Smoothies an, damit auch der Vitamin- und Mineralhaushalt erhalten bleibe, so die Sprecherin der Caritas Altenhilfe, Claudia Kienapfel.

Insgesamt fehle es jedoch noch an Aufklärung darüber, welche Folgen Hitze haben könne, so Bobbert. Hitzeschutz müsse als eine solidarische, gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden.

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