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Recruiting 2.0Erfolgreiche Mitarbeitergewinnung braucht Geschwindigkeit

Fachkräftemangel ist für die meisten Krankenhäuser nichts Neues. Entsprechend steigen die Aufwände für die Personalgewinnung weiter. Ein Blick auf die Karriere-Webseiten vieler Krankenhäuser und deren interne Prozesse zur Personalgewinnung zeigt allerdings auch noch erheblichen Nachholbedarf und „Modernisierungsstau“.

Wer nicht möchte, dass gute Bewerber weiterziehen, sollte Hürden im Bewerbungsprozess abbauen.
Dr. Holldorf Consult GmbH

Wer nicht möchte, dass gute Bewerber weiterziehen, sollte Hürden im Bewerbungsprozess abbauen.

Ein Blick auf die demografische Entwicklung zeigt, dass sich der Fachkräftemangel in den nächsten zehn Jahren nahezu verdreifachen wird. In den weniger attraktiven Branchen wie dem Gesundheitswesen wird das Problem noch stärker durchschlagen. Jedes Krankenhaus sollte deshalb das Thema Personal auf seiner Prioritätenliste ganz nach oben setzen. Doch während Industrie und Mittelstand, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, immer häufiger ihrem Personalbereich zur notwendigen Professionalität und Effizienz verhelfen, ist dies in der Krankenhausbranche noch eine Seltenheit.

Das Thema Geschwindigkeit hat auch bei der Mitarbeitergewinnung eine enorme Bedeutung erlangt. Vor allem junge Bewerber stellen an einen potenziellen Arbeitgeber ähnliche Anforderungen wie an einen E-Commerce-Händler. So erwarten Kandidaten im Bewerbungsprozess beispielsweise, mehrmals (automatisch) über den nächsten Schritt informiert zu werden. Die Mehrheit der Krankenhäuser erfüllt diese Anforderung nicht: Weniger als zehn Prozent versenden eine automatische Eingangsbestätigung zu einer Bewerbung, und mehr als die Hälfte schafft es nicht, dem Bewerber innerhalb von drei Tagen zu antworten.

Wichtigste Einflugschneise ins Unternehmen

Karriere-Webseiten sind auch im Zeitalter von Social Media noch nicht tot. Ganz im Gegenteil: Dieser Bereich ist nach wie vor die zentrale Einflugschneise ins Unternehmen. Sobald über andere Medienkanäle oder persönliche Empfehlungen erstes Interesse geweckt ist, landet fast jeder Bewerber auf der Karriere-Webseite. Dort informiert er sich weiter, um dann im besten Fall seine Bewerbung einzureichen oder per E-Mail oder telefonisch Kontakt aufzunehmen.

Eine aktuelle Studie der Hochschule Rhein-Main bestätigt dies. Dabei schnitten übrigens die Branchenriesen Helios Gesundheit sowie Asklepios besonders gut ab – auch gegenüber anderen Branchen. Eine gute Karriere-Webseite zeichnet sich heutzutage dadurch aus, dass sie auf verschiedene Zielgruppen eingeht, eine gute Benutzerführung bietet, viel Bild- und Videomaterial enthält – Achtung: Authentizität ist wichtiger als perfekte Ausleuchtung – und schließlich auch mit einer modernen E-Recruiting-Software verbunden ist.

Schnellere Prozesse und Zeitersparnis

In Mittelstand und Industrie setzen sich moderne E-Recruiting-Systeme momentan rasant durch. Viele Krankenhäuser verzichten noch darauf, nicht wenige veröffentlichen ihre Stellenausschreibungen gar im PDF-Format. Damit verschenken sie unnötig Reichweite – denn solche Stellenanzeigen sind für die beiden derzeit größten Stellenportale Google for Jobs sowie Indeed nicht lesbar.

Die Bewerbungsmöglichkeit per OnlineFormular, das dann per E-Mail in der Personalabteilung eingeht, ist übrigens noch kein E-Recruiting. Dafür stehen mittlerweile verschiedene Software-Lösungen zur Verfügung, die alle ähnlich funktionieren und die internen Abläufe beschleunigen.

Geht eine neue Bewerbung ein, versenden sie automatisch eine Eingangsbestätigung an den Bewerber, informieren die intern beteiligten Personen automatisch per E-Mail und erinnern sie später nochmals daran. So müssen die Bewerbungen nicht intern hin- und her gesendet werden. Auch das manuelle Nachhalten von Bewerbern und das Einholen von Kollegen-Feedback in umständlichen und fehleranfälligen Excel-Tabellen entfällt damit.

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