Herausforderung Klinikzusammenschluss

Erfolgsfaktoren von Krankenhausfusionen

Kaum ein Markt ist derzeit einem so starken Konsolidierungsprozess ausgesetzt wie der Krankenhaussektor. Konsequenz ist die Zunahme von Schließungen oder die Übernahme von Krankenhäusern in größere Trägerschaften und Verbünde. Denn der Zusammenschluss von Krankenhäusern bietet zahlreiche Vorteile.

Pflegepersonal im Krankenhaus

Foto: Fotolia (sudok1)

Eines ist vielen Käufen und Fusionen gemeinsam: Die Übernahme oder Fusion ist häufig das letzte Mittel, um die Insolvenz oder Schließung abzuwenden. Dies bedeutet aber auch, dass fast jede Übernahme/Fusion mit einer harten Sanierung verbunden ist. Dabei wäre es viel sinnvoller, Übernahmen und Fusionen strategisch aus einem M&A-Prozess heraus zu einem Zeitpunkt zu entwickeln, zu dem beide Partner wirtschaftlich stabil sind.

Denn der Zusammenschluss von Krankenhäusern bietet zahlreiche Vorteile: die Möglichkeit der Optimierung des Leistungsangebots und damit Verbesserung der regionalen Versorgung. Eine Etablierung von Zusammenarbeitsformen, die im Wettbewerb nicht möglich sind, die Zentralisierung von Aufgaben in Sekundär- und Tertiärbereichen und das Bündeln der Marktmacht gegenüber anderen Wettbewerbern.

Kein „Weiter so“

Stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen Fusionen bzw. Käufe von Krankenhäusern erfolgreich sind bzw. sein können. Aus Erfahrung ist festzustellen, dass die privaten Träger bereits vor Kauf mit der Entwicklung eines medizinischen Konzepts beginnen sowie massive Investitionen in die übernommenen Häuser planen. Dies vermisst man häufig im konfessionellen und öffentlichen Bereich. Hier werden Häuser in den Verbund aufgenommen, aber nicht selten im Sinne eines „Weiter so“ laufen gelassen.

Hier liegt die größte Gefahr und vor allen Dingen auch die Unerfahrenheit vieler Träger: Nur eine konsequente Entwicklung und Umsetzung eines medizinischen Konzepts sowie die darauf folgende Anpassung der personellen Ausstattung in Bezug auf Kompetenzen, Ressourcen und Prozesse führen zum Erfolg. Aber auch die konsequente Investition in Infrastruktur und optimale Abläufe ist wesentliche Basis für eine erfolgreiche Verbundbildung.

Damit bedarf es nicht nur der Entwicklung eines sinnvollen, markenbildenden und den Versorgungsbedarf antizipierenden medizinischen Konzepts, sondern auch der Überführung in einen realistisch gerechneten Businessplan, der transparent macht, ob der anstehende Kauf bzw. die Übernahme auch wirtschaftlich ist. Gegenstand eines solches Businessplans sollten aber nicht nur die Planung der Leistungsentwicklung gemäß dem medizinischen Konzept sein, sondern auch die Berücksichtigung von beabsichtigten Synergie- und Einspareffekten.

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