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PflegepersonalKrankenhauscontrolling-Studie zeigt Schwachstellen auf

Am Dienstag wurden in Berlin die aktuellen Ergebnisse der Studie zum Controlling in deutschen Krankenhäusern und Psychiatrien, auch Krankenhauscontrolling-Studie genannt, vorgestellt. Der Fokus lag in diesem Jahr auf den Steuerungsansätzen für das Pflegepersonal.

Steuerung
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Symbolfoto

Der Deutsche Verein für Krankenhauscontrolling (DVKC e.V.), der Lehrstuhl für Controlling der Bergischen Universität Wuppertal sowie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Curacon haben die aktuellen Ergebnisse ihrer gemeinsamen Studie vorgestellt.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen wurde in der diesjährigen Studie besonderes Augenmerk auf die Steuerungsansätze für das Personal in der Pflege gelegt. Hier zeigt sich, dass fast 50% der Krankenhäuser unabhängig von der Größe der Einrichtungen bislang über keine geeigneten Steuerungsinstrumente bzw. kein spezialisiertes Reporting für den Einsatz von Pflegekräften verfügt. Eine zentrale Stelle, die das Controlling im pflegerischen Bereich koordiniert und verantwortet, gibt es bislang erst in 38% der Häuser.

Kein einheitliches Bild zeigt sich bei der Analyse, in welchem Bereich das Pflegcontrolling angesiedelt ist bzw. zukünftig angesiedelt werden soll: Häuser, die eine solche Stelle schon etabliert haben, tendieren zu einer Ansiedlung im Personalbereich. Krankenhäuser, die gerade in der Umsetzung sind, neigen hingegen zu einer Zuordnung zum pflegerischen Bereich. Das kaufmännische Controlling spielt hingegen kaum einer Rolle bei den Überlegungen. Angesichts der hohen Bedeutung der Personaluntergrenzen für die Steuerung eines Krankenhauses als Ganzes erscheint eine Rückkopplung mit dem kaufmännischen Controlling aber geboten.

Nur knapp 50% der Kliniken lassen die Sachkosten in die Budgetplanung einfließen

Da Sachkosten in den deutschen Krankenhäusern mehr als ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen, bietet das Sachkostencontrolling erhebliche Möglichkeiten, zum Erfolg des Krankenhauses beizutragen. Durchaus überraschend ist, dass nur knapp die Hälfte der Krankenhäuser die Sachkosten in die Budgetplanung einfließen lässt. Bei der Analyse zeigt sich, dass der medizinische Bedarf aufgrund seiner hohen Bedeutung für die Krankenhausleistung eine besondere Beachtung findet. Sowohl die Betrachtungsebene (häufig auf Artikel- statt auf Kostenstellenebene) als auch der damit verbundene Planungs-und Kontrollprozess sind hier detaillierter als bei anderen Sachkostenarten. Ferner hat sich gezeigt, dass nur 25 bis 30% der Kranken-häuser im Bereich der Sachkosten die Möglichkeit eines externen Benchmarks nutzen.

Zuwächse bei den Kodierfachkräften und im MDK-Management

Fragen zur Personalausstattung im Controlling gehören zum regelmäßigen Repertoire der Krankenhauscontrolling-Studie. Die Ergebnisse sind im Vergleich zum Vorjahr in der Höhe der Controllerquoten vergleichbar. Auffällig sind allerdings Zuwächse bei den Kodierfachkräften und im MDK-Management. Beim Kaufmännischen Controlling und Leistungscontrolling hingegen berichten 2/3 der Krankenhäuser keine wesentlichen Veränderungen.

Die Krankenhaus-Controlling-Studie zum aktuellen Stand und zu Entwicklungstendenzen des Controllings im deutschen Krankenhaussektor wird seit dem Jahr 2011 durch den DVKC, die Universität Wuppertal und zeb.HealthCare erhoben. zeb.HealthCare wurde zum 1. Juli 2019 von Curacon übernommen.

Die Studie kann kostenlos unter studien@curacon.de bestellt werden.

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