Berichtswesen

Mehr Effektivität bei Controlling im Krankenhaus notwendig

Der anhaltende wirtschaftliche Druck auf die Krankenhäuser hat in den vergangenen 15 Jahren zu einem deutlichen Ausbau des Controllings geführt. Obwohl inzwischen ein hoher Entwicklungsstand erreicht ist, bestehen nach wie vor große Potenziale sowohl in Bezug auf die Effektivität als auch die Effizienz.

Christian Heitmann

zeb

Christian Heitmann

Der überwiegende Teil der deutschen Krankenhäuser hat inzwischen ein umfängliches monatliches Berichtswesen eingeführt. Leistungsberichte, Kostenberichte aber auch Berichte zu Qualitätskennziffern werden regelmäßig und unserer Erfahrung nach auch sehr umfassend erstellt. Große Häuser mit mehr als 600 Betten weisen dabei in der Regel kürzere Berichtszyklen auf als kleinere Häuser. Auffällig ist, dass medizinische und kaufmännische Risikoberichte mit Ausnahme der großen Häuser bei den kaufmännischen Risikoberichten kaum vorgelegt werden.

Ein ähnliches dramatisches Bild zeigt sich bei der Berichterstattung fachabteilungsbezogener Ergebnisberichte im Sinne einer Deckungsbeitragsrechnung: Nur 37 Prozent aller deutschen Krankenhäuer weisen eine monatliche bzw. quartärliche Deckungsbeitragsrechnung auf. Und auch hier sind es eher die großen Häuser, die so eine differenzierte Ergebnisrechnung aufstellen. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlich angespannten Situation der deutschen Krankenhäuser ist es eher unverständlich, dass dort wo die Leistung erbracht wird und die Kosten anfallen, nämlich in den Fachabteilungen und den einzelnen Fachkliniken, zu wenig Transparenz vorherrscht.

Ein Grund könnte in der technischen oder personellen Ausstattung des Controllings liegen, da die Erstellung solcher differenzierten Ergebnisberichte durchaus komplex ist. Aber genau hier haben die Häuser in den vergangenen Jahren stark aufgerüstet: Während im Jahr 2012 erst 43 Prozent aller Häuser ein DataWareHouse zum Aufbau und zur Auswertung eines zentralen Datenbestandes im Einsatz hatten, waren es 2016 bereits 64 Prozent. Auch die Ausstattung der Häuser mit Controllern ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Controlling noch kein Business Partner

Der Handlungsbedarf liegt vermutlich in der Organisation und Aufstellung der Controlling-Abteilungen selbst sowie in der ihnen zugedachten Rolle. Auch hier gibt die Controllingstudie, die seit 2011 jährlich vom Deutschen Verein für Krankenhaus Controlling, dem Lehrstuhl für Controlling der Universität Wuppertal und der Managementberatung zeb durchgeführt wird, Aufschluss. Nach wie vor hat der Großteil der Häuser die unterschiedlichen Controllingfunktionen getrennt in die Bereiche Finanzen, Medizin, Personal und Pflege.

Dies führt nicht nur zu Abstimmungsproblemen in der Berichterstattung, sondern sorgt auch dafür, dass die Entscheidungsträger, also Geschäftsführung, Chefärzte und Pflegeleitung, unterschiedliche Ansprechpartner im Controlling haben. In rund 60 Prozent der Häuser sehen sich die Controller nicht nur als Daten- oder Berichtslieferanten, sondern stehen in aktiver Kommunikation mit den Entscheidern und werden nicht selten auch in die Entscheidungsfindung einbezogen.

  • Schlagwörter:
  • Controlling
  • Berichtswesen
  • Dr. Christian Heitmann
Ähnliche Artikel

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Um einen Kommentar hinzuzufügen melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich.

Jetzt anmelden/registrieren