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Healthcare HackathonPlattform zur Umgestaltung mit Mitarbeitenden und Partnern

Beim 3. Healthcare Hackathon an der Universitätsmedizin Mainz haben rund 400 Teilnehmende innovative Lösungen für den Gesundheitssektor erarbeitet. Mit Initiator Dr. Christian Elsner haben wir über die Ausrichtung des Hackathons gesprochen.

Dr. Christian Elsner
Universitätsmedizin Mainz
Dr. Christian Elsner, Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz und Initiator des Healthcare Hackathons.

Am 18. und 19. Juni 2021 fand der 3. Mainzer Healthcare Hackathon statt. Rund 400 Teilnehmende erarbeiteten und präsentierten online sowie an der Universitätsmedizin Mainz vor Ort Lösungen für die Medizin der Zukunft. Im Fokus der Arbeitsgruppen standen die Themen Bau, Mobilität und moderne Ansätze zur Arbeitsgestaltung. Darüber hinaus haben interdisziplinäre Teams aus Pflegenden, Ärztinnen und Ärzten, Programmierern, Technikern und Fachexperten innovative digitale Konzepte für den Einsatz in der medizinischen Forschung und Lehre sowie in der Patientenversorgung entwickelt.

Das Gewinnerteam hat konkrete Ansätze für die Arbeitswelt im Krankenhaus im Jahr 2030 sowohl für den Pflege- und medizinischen Bereich als auch für die Verwaltung erarbeitet. Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitarbeitenden der Universitätsmedizin und Mitgliedern des Personalrats sowie Vertretern von Verdi, erhält eine Anschubfinanzierung in Höhe von 20 000 Euro für die Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Ideen. Ziel ist es, auch den Pflegenden eine flexible Arbeitszeitgestaltung zu ermöglichen. Unter anderem sollen dafür Strukturen und Prozesse geschaffen werden, die es Mitarbeitenden ermöglichen, ihre Arbeitszeiten selbstständig im Team zu planen. Darüber hinaus sollen die Kinderbetreuungsangebote erweitert und flexibilisiert werden. Vorgesehen ist außerdem die Programmierung einer App zur Organisation von Fahrgemeinschaften.

Wir haben mit PD Dr. Christian Elsner, Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz und Initiator Über die Ausrichtung des Mainzer Healthcare Hackathons gesprochen.

Dr. Elsner, die Universitätsmedizin Mainz war bereits zum dritten Mal Gastgeber des Mainzer Healthcare Hackathons. Was verbirgt sich hinter dem Format?
Der Healthcare Hackathon ist eine Einladung, gesundheitsbezogene Probleme des Alltags oder auch komplexe Probleme in medizinischen Abläufen interaktiv und interdisziplinär zu bearbeiten und konkrete Lösungen zu entwickeln.

Wie ist der Mainzer Healthcare Hackathon entstanden?
An der Universitätsmedizin Mainz herrscht mit Hinblick auf das Thema Digitalisierung eine große Aufbruchstimmung. Damit verbunden ist aber auch die Notwendigkeit für weitreichende Veränderungen. Digitalisierung einzuführen, ist deshalb nie einfach und braucht einen langen Atem. Entscheidend ist, dass es uns gelingt, die Mitarbeitenden für das Thema Digitalisierung und die damit einhergehenden Prozessänderungen zu begeistern. Der Mainzer Healthcare Hackathon setzt genau da an: Er bietet eine Plattform, mit der wir diese Umgestaltungen gemeinsam mit den Mitarbeitenden und externen Partnern entwickeln und vorantreiben können.

Welche Bedeutung hat die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen?
Meiner Ansicht nach ist die interdisziplinäre Zusammensetzung der Arbeitsgruppen ein ganz besonderes Strukturmerkmal des Healthcare Hackathons. Wir machen sehr gute Erfahrungen mit Teams, die sich aus Technikern, Fachexperten, aber teilweise auch Fachfremden zusammensetzen. Wir erleben das als extreme Wertschöpfung, weil wir auf diese Weise Konzepte, die in anderen Bereichen schon gut funktioniert haben, in den Healthcare-Bereich übertragen können. In diesem Jahr war beispielsweise ein Münchner Start-Up-Unternehmen beteiligt, das vor unserer Veranstaltung gar keinen Bezug zum Gesundheitssektor hatte, aber eine große Expertise zum Thema Mobilität aus anderen Fachgebieten eingebracht hat.

Welche Teilnehmergruppen haben Sie besonders beeindruckt?
Das ist zum einen unser Arbeitsplatz 2030-Team, das auch mit dem ersten Jurypreis ausgezeichnet wurde. Zum einen hatten wir einen sehr breiten Teilnehmerkreis: Es war Verdi dabei, es war unser Personalrat dabei, es waren Mitarbeitende von uns dabei. Die Arbeitsgruppe hat herausragende, kreative Inhalte erarbeitet, die wir an der Universitätsmedizin Mainz direkt in die Umsetzung bringen können. Beeindruckt hat mich auch das Team um eine Mutter mit einem an Epilepsie erkrankten Kind. Zusammen mit einem Programmierer und einem Hardwarespezialisten hat sie ein Alarmierungssystem für die nächtliche Betreuung ihres Kindes erstellt. Das System kann sie künftig wecken, wenn ihr Kind Anzeichen einer Epilepsie zeigt. Diese Arbeitsgruppe hat mir besonders gut gefallen, weil eine von Betroffenen generierte Idee entwickelt wurde.

Gibt es bereits Pläne für einen 4. Mainzer Healthcare Hackathon?
Ja, wir wollen den Mainzer Healthcare Hackathon in rund einem Jahr fortsetzen. Wir planen, die Kontakt- und Interaktionsfläche zu vergrößern, um Patienten und interessierte Teilnehmer aus der Bevölkerung wieder stärker miteinzubeziehen. Das war uns in diesem Jahr aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie leider nur bedingt möglich.

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