Schleppende Verhandlungen

Verdi bemängelt die Haltung von Helios

Helios hingegen setzt voraus, dass aufgrund der Komplexität des Themas zur Eingruppierung und Überleitung in die Entgelttabelle, vorab mit Verdi eine Prozessvereinbarung abgeschlossen wird.

Sylvia Bühler, Verdi Vorstandsmitglied

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Sylvia Bühler, Verdi Vorstandsmitglied

Verdi vs. Helios

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Verdi vs. Helios

"Die Beschäftigten haben ein Recht darauf, dass ihr Arbeitgeber Helios sie ernst nimmt. Es ist ein Affront, wenn der Arbeitgeber sich weigert, über relevante Themen zu verhandeln", betonte Verdi-Verhandlungsführerin Sylvia Bühler. Helios hatte zuvor erklärt, weder über eine volle Jahressonderzahlung und eine Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit von 40 auf 38,5 Wochenstunden noch über eine Erhöhung des Urlaubs für Auszubildende auf 30 Tage verhandeln zu wollen. Die Tarifverhandlungen für die etwa 24.000 Beschäftigten in den 36 Kliniken, die unter den Konzerntarifvertrag fallen, werden am heute in Berlin fortgesetzt.

Ebenso wenig wollen die Helios-Kliniken über die Einführung neuer Eingruppierungsregeln analog zu kommunalen Krankenhäusern verhandeln, es sei denn, der entsprechende Tarifvertrag werde zuvor gekündigt. Das lehne Verdi ab: "Eine Weiterentwicklung von ungekündigten Tarifverträgen ist gängige Praxis. Bei gekündigten Vereinbarungen besteht die Gefahr, dass der Arbeitgeber bei Neueinstellungen mit schlechteren Konditionen Fakten schafft", stellte Bühler klar: "Das ist keine Option für Verdi." Lediglich zur Gehaltsforderung von sechs Prozent hat Helios bisher ein Angebot angekündigt.

Die Verweigerungshaltung gegenüber den Beschäftigten sei umso erstaunlicher, da die Helios-Kassen gut gefüllt seien. Mit ihrer engagierten und verantwortungsvollen Arbeit habe das Klinikpersonal dafür gesorgt, dass Helios im vergangenen Jahr fast eine halbe Milliarde Euro Gewinn gemacht hat. "Jetzt ist es an der Zeit, dass auch die Beschäftigten von ihrem Einsatz profitieren", sagte Bühler.

 

Helios äußert sich zu den Vorwürfen:

"Wir haben in der zweiten Verhandlungsrunde wie zugesagt ein erstes Angebot unterbreitet. Es sieht eine Entgeltsteigerung von 4,3 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren vor. Unseren Auszubildenden bieten wir bei der gleichen Laufzeit eine Gehaltssteigerung von in Summe 55 Euro, was durchschnittlich mehr als 5 Prozent Entgelt entspricht. Damit würden unsere rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nicht-ärztlichen Dienst und unsere Auszubildenden eine deutliche Einkommenssteigerung erhalten.

Wir haben zudem angeboten, Verhandlungen zur Eingruppierung und Überleitung in die Entgelttabelle des TV Entgelt Helios aufzunehmen. Voraussetzung dafür ist, dass unser Tarifpartner vorher mit uns eine Prozessvereinbarung abschließt, in welcher dieses komplexe Thema zeitlich und vor allem inhaltlich definiert wird.

Wir hoffen, dass Verdi unsere positiven Signale aufgreift und wir auf dieser Basis im dritten Verhandlungstermin am 20. März zu einem für beide Seiten tragfähigen Tarifabschluss gelangen."         



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