Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Dr. Kerstin Westphalen

Die Präsidentin des Deutschen Röntgenkongress 2022, Dr. Kerstin Westphalen, ist sich sicher: Unser Gesundheitssystem sollte ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigen. Für die Zukunft wünscht sich die Chefärztin in der Radiologie, dass die Digitalisierung zu mehr Menschlichkeit führt.

Dr. Kerstin Westphalen
DRK Kliniken Berlin/Composed by Thieme

Dr. Kerstin Westphalen, Chefärztin am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der DRK Kliniken Berlin Köpenick und Präsidentin des Deutschen Röntgenkongress 2022.

Was macht Ihren Beruf zu Ihrer Berufung?

Ich identifiziere mich mit meinem Beruf und bin gerne Radiologin. Mir macht es Spaß mich weiterzubilden, neue Erkenntnisse und Techniken zu erlernen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben und die besten Lösungen für die Diagnose und interventionelle Behandlung von Patientinnen und Patienten zu finden. Auf der anderen Seite kann ich meine Erfahrungen weitergeben und junge Ärztinnen und Ärzte ausbilden. Dieses Zusammenspiel aus Nehmen und Geben erfüllt mich und ist meine persönliche Berufung.

Wann und wie wurde Ihr Interesse an der Gesundheitsbranche geweckt?

Bereits während meiner Kindheit und Schulzeit war ich fasziniert davon, wie der menschliche Körper funktioniert. Außerdem hatte ich schon immer den Wunsch, Menschen zu helfen. Da ich heute selbst Kinder habe, möchte ich auch besonders den nachfolgenden Generationen helfen: Mir persönlich ist es sehr wichtig, gute Lebensbedingungen für die Jüngeren zu sichern, weshalb ich mich in meinem Beruf auch für mehr Nachhaltigkeit engagiere.

Was muss sich in der Gesundheitsbranche ändern und warum?

Das Wohl der Patientinnen und Patienten und ihre bestmögliche Behandlung müssen die Grundlage der medizinischen Versorgung sein, nicht die wirtschaftliche Gewinnoptimierung. Vielmehr sollte das Gesundheitssystem von nachhaltigem Handeln geprägt sein, das ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt, um eine effiziente Gesundheitsversorgung auch in Zukunft gewährleisten zu können. Bei meinem frei-gemeinnützigen Arbeitgeber, den DRK Kliniken Berlin Köpenick, habe ich einen Partner gefunden, der diese Werte teilt.

Wie stellen Sie sich Ihren Beruf in 20 Jahren vor?

Natürlich wird die Digitalisierung weiter voranschreiten, und die bestehenden Softwarelösungen für die Erstellung von Diagnosen bei bildgebenden Verfahren werden immer genauer werden. In Zukunft könnten wir dank des technologischen Fortschritts hinter unseren Bildschirmen hervorkommen und mehr Zeit für unsere Patientinnen und Patienten haben. In unserem Fachgebiet könnte die Digitalisierung zu mehr Menschlichkeit führen, das ist zumindest meine Wunschvorstellung. Außerdem können wir uns dann mehr der interventionellen, minimalinvasiven Therapie widmen.

Was darf für einen erfolgreichen Tag nicht fehlen?

Neben einer erfolgreichen Behandlung schätze ich es, an einem langen und hektischen Arbeitstag Zeit für ein ruhiges Gespräch mit meinen Patientinnen und Patienten zu haben. Ein Tag ist auch immer dann besonders gelungen, wenn ich gemeinsam mit meinem Team und im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen eine Lösung für ein Problem finde.

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