Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Prof. Michael Forsting

Prof. Dr. Michael Forsting, Direktor der Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Essen, schaut auf die hochmodernen Klinikzentren in Dänemark und sagt: wir brauchen einen Plan!

Prof. Michael Forsting
UK Essen/Composed by Thieme

Prof. Michael Forsting, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Essen.

Was macht Ihren Beruf zu Ihrer Berufung?

Die Vielfalt und die fast unbegrenzten Möglichkeiten. Auch nach mehr als 30 Jahren im Beruf ist jeder Tag anders. Es gibt immer neue Herausforderungen in der Krankenversorgung, in der Lehre und in der wissenschaftlichen Arbeit. Und weil ich seit vielen Jahren auch im Dekanat aktiv bin und ausserdem noch ärztlicher Direktor der Zentralen IT gibt es nie Langeweile.

Wann und wie wurde Ihr Interesse an der Gesundheitsbranche geweckt?

Seit einem Schulpraktikum im Krankenhaus in der 10. Klasse wollte ich Medizin studieren. Für die Radiologie habe ich mich dann fast zufällig entschieden. Ich hatte sehr beeindruckende radiologische und neuroradiologische Lehrende.

Was muss sich in der Gesundheitsbranche ändern und warum?

Ich glaube, dass wir zu wenig Ärztinnen und Ärzte sowie zu wenig Pflegekräfte für zu viele Krankenhäuser haben. Wir müssen einen Weg finden, die Zahl der Krankenhäuser zu reduzieren. Unser Nachbarland Dänemark geht gerade diesen Weg und halbiert auf der einen Seite die Zahl der Krankenhäuser und baut dafür an vielen Stellen neue, sogenannte „Superkrankenhäuser“. Und schon jetzt zeigt sich, dass die Sterblichkeit an Herzinfarkt und an Schlaganfall zurückgeht. Wahrscheinlich kann man diesen dänischen Weg nicht eins zu eins für Deutschland kopieren, aber wir brauchen einen Plan!

Wie stellen Sie sich Ihren Beruf in 20 Jahren vor?

Wir werden viel mehr IT-Unterstützung haben. In der Radiologie wird es eine Art „Vorbefundung“ aus dem Computer geben, so dass die Radiologin oder der Radiologe sich nicht mehr mit Vermessen von irgendwelchen Größen beschäftigen muss. Es wird auch mehr um Prädiktion und Prävention gehen. Bislang ist Medizin ja in vielen Bereichen eher reaktiv, wir rennen den Krankheiten hinterher. Vielleicht können wir in 20 Jahren mehr „proaktive“ Medizin machen, um die Lebensqualität der Menschen noch länger möglichst hoch zu halten.

Was darf für einen erfolgreichen Tag nicht fehlen?

Da gibt es kein spezielles Merkmal. Der ideale Tag ist abwechslungsreich. Am wichtigsten ist mir der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, um für unsere Patientinnen und Patienten die richtigen Diagnosen und Therapien zu finden.

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