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ADACBluttransport per Drohne in drei Minuten

In Kooperation mit dem DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg hat der ADAC ein neues Drohnenkonzept entwickelt. Mithilfe der Drohne ist ein Bluttransport in drei Minuten möglich.

Transportdrohne
ADAC

Die Transportdrohne, mit der rund 100 Forschungsflüge für das Projekt „MediCargo“ durchgeführt wurden, vor dem ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 31“ an der Charité in Berlin.

Drohnentransport
ADAC

Beim Drohnentransport wird das Blutprodukt während des Fluges elektronisch und temperaturüberwacht.

Die ADAC Luftrettung und der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen arbeiten künftig bei der Entwicklung einer Drohnenlogistik für den Transport von Blut, Medikamenten und Gewebe eng zusammen. Grundlage der Zusammenarbeit ist ein gemeinsames Forschungsprojekt am Universitätsklinikum in Ulm, in dessen Rahmen in den vergangenen zwei Jahren mehr als 100 Drohnenflüge zwischen der DRK-Blutbank und der Chirurgie der Uniklinik stattgefunden haben.

Ergebnis: Mit der Drohne ist der Transport von Blut zum Patienten in Ulm fünf Mal schneller als auf dem herkömmlichen Weg per Kurierdienst oder Taxi möglich. Die Ergebnisse sind so vielversprechend, dass das Forschungsprojekt in den kommerziellen Regelbetrieb für Kliniken in ganz Deutschland gehen soll. Ziel ist ein Standardkonzept für alle unbemannten zeitkritischen Transporte im Gesundheitswesen. Unterstützt wird die Entwicklung der Transportdrohne mit dem Namen MediCargo von der Brandenburger Firma Multirotor.

Bluttransport in drei Minuten

„Die Verkehrsdichte in der Stadt und die voranschreitende Zentralisierung von Krankenhäusern und Laboren machen eine zuverlässige Drohnenlösung für den Transport von Blut, Medikamenten und Gewebe in Zukunft notwendig“, begründet Frédéric Bruder, Geschäftsführer der gemeinnützigen ADAC Luftrettung. „MediCargo soll das neue Standardkonzept für eilige medizinische Transportgüter in Deutschland werden“.

Bei den Drohnenflügen auf dem Campusgelände in Ulm wurde an einem ganzheitlichen System für eine nahtlose Logistikkette für den schnellen, zuverlässigen und sicheren Transport von der Blutbank bis in den OP-Bereich der Klinikchirurgie geforscht. Im besten Fall, so das Ergebnis des Projekts, ist der Bluttransport in drei Minuten möglich. Damit ist MediCargo rund fünf Mal schneller als der bisherige Transport auf der Straße und damit eine relevante Verbesserung.

Drohne operiert mit ADAC Rettungshubschrauber

Wolfgang Rüstig, Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen beschreibt die Vorteile: „Bisher wurden nahezu alle Blutproben und Blutprodukte mit Fahrzeugen auf der Straße transportiert. Diese neue Logistik mit einer Drohne bietet die Chance eine völlig neue Anbindung der Proben und Blutproduktdisposition und Transportlogistik unseren Kunden wie Krankenhäusern und Transfusionspraxen in Ballungsgebieten und ländlichen Gebieten anbieten zu können. Die Drohnenlogistik unterstützt dabei eine schnelle und termingerechte Spezialdiagnostik anbieten zu können. Dies gilt für Blutproben von Patienten sowie für die schnelle Bereitstellung von ausgetesteten Blutkonserven (Erythrozyten- sowie Thrombozytenkonzentrate) für die Notfallversorgung nach Unfällen und bei Notoperationen“.

Deutschlandweit existiert bisher kein Drohnenprojekt, bei der bemannte und unbemannte Luftfahrt so eng im selben Luftraum operieren wie in Ulm. Die Drohne, die mit einem Unmanned Traffic Management System (UTM) nach ADAC Luftrettungsstandard betrieben wird, operiert gemeinsam mit dem in Ulm stationierten ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 22“ sowie zwei Krankenhäusern mit je einem Hubschrauberlandeplatz.

Nächste Drohnengeneration bereits in der Entwicklung

Bei der Drohne, mit der in Ulm seit 2020 geforscht wird, handelt es sich um einen sogenannten Hexakopter mit einem Durchmesser von 1,24 Metern. Er ist rund sieben Kilogramm schwer und kann beim Abflug rund 1,5 Kilogramm Blut als Nutzlast transportieren. Technisch übersteigt die Drohne in ihrer Leistungsklasse alle bisherigen Sicherheitsstandards. Dies umfasst ein eigenentwickeltes dreifachabgesichertes Flugsteuerungssystem von Multirotor, ein Hochpräzisions-GPS für Manöver mit Zentimetergenauigkeit, laserbasierte Höhenmesser, einen Sicherheitsfallschirm und eine Trackinganbindung an die DFS Deutsche Flugsicherung. Die Flugroute wird über spezielle Flugplanungssoftware definiert und die Drohne ist jederzeit auch manuell steuerbar.

Mit diesen Sicherheitsmerkmalen wird jetzt die neueste Generation der MediCargo-Drohne entwickelt. Berücksichtigt werden dabei eine Bedarfsanalyse des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM München) sowie die Erkenntnisse aus dem Forschungsbetrieb in Ulm – streng nach den Vorgaben der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA.

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