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PROMChronicForscherteam um Reinhard Busse erhält 1,3 Millionen Euro

PROMChronic, ein Forschungsprojekt aus dem Fachgebiet von Prof. Dr. Reinhard Busse, soll die medizinische Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen verbessern und erhält dafür 1,3 Millionen Euro.

Arzt mit Patient
Ngampol/stock.adobe.com

Symbolfoto

Die Verbesserung der medizinischen Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen ist das Ziel des Forschungsprojektes PROMChronic am Fachgebiet Management im Gesundheitswesen der TU Berlin. PROMChronic gehört bundesweit zu insgesamt 17 Projekten, die nun über den Innovationsfonds des „Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)“ gefördert werden. Ziel des Förderprogramms ist die Unterstützung von Projekten, die sich mit neuen Formen der medizinischen Versorgung beschäftigen. Das Forschungsteam um Fachgebietsleiter Prof. Dr. Reinhard Busse erhält eine Förderung in Höhe von 1,3 Millionen Euro für drei Jahre.

Patient*innen begeben sich in medizinische Behandlung, vor allem um mit fachlicher Expertise und Hilfe ihre Gesundheit und Lebensqualität wieder herzustellen oder erhalten zu können. Ob diese Erwartung erfüllt und aus Patient*innen-Sicht die medizinische Intervention ein Erfolg ist, wird in Deutschland derzeit allerdings zu wenig erfasst. Qualitäts- und Ergebniserfassung findet fast ausschließlich über klinische Indikatoren im Krankenhaus oder über Abrechnungsdaten der Krankenkassen statt. Abhilfe könnten hier sogenannte „Patient-reported Outcome Measures“ (PROMs) schaffen. Dabei handelt es sich um eine Erfassung des Ergebnisses aus Patient*innen-Sicht mittels wissenschaftlich validierter Fragebögen. Erste nationale und internationale Pilotprojekte zeigen, dass PROMs zu einer stärkeren Orientierung des Gesundheitswesens am Patient*innen-Nutzen verhelfen.

PROMs ermöglichen Identifizierung von Fehlversorgungen

Insbesondere Patient*innen mit chronischen Krankheiten könnten von einem PROMs Monitoring profitieren, da diese oftmals ihre Krankheit dauerhaft selbst managen müssen und dabei Unterstützung von verschiedenen Gesundheitsakteur*innen, die interdisziplinär zusammenarbeiten, erhalten sollten. Dieses Monitoring chronisch erkrankter Patient*innen findet allerdings bisher in Deutschland nicht statt. Das Projekt soll dies nun ändern. Beteiligt an dem Projekt ist die Barmer Krankenkasse, das aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH sowie die Oncare GmbH.

Patient*innen mit chronischen Erkrankungen werden regelmäßig digital befragt, um so PROMs im Verlauf zu sammeln. Zur Selbsteinschätzung und Kommunikation mit der Ärztin oder dem Arzt werden die Entwicklung der Ergebnisse zu vergleichbaren Patient*innen zurückgespielt. Zusätzlich werden die so erfassten Daten mit Routinedaten der Krankenkasse verknüpft, um Rückschlüsse auf mögliche Fehlversorgungen zu identifizieren. Es wird zudem evaluiert, ob und wie PROMs für die Leistungsbewertung des gesamten Gesundheitssystems („Health System Performance Assessment“) genutzt werden können und ob das Zurückspielen Verhaltensänderungen von chronisch erkrankten Menschen unterstützen kann.

Patient*innen-Orientierung im Vordergrund

Das Fachgebiet Management im Gesundheitswesen forscht bereits seit vielen Jahren und in unterschiedlichen Projekten im Bereich der medizinischen Versorgungsqualität. Dabei steht oftmals ein am Patientennutzen orientiertes Gesundheitssystem mit fortwährender Steigerung der Ergebnisqualität im Mittelpunkt. Darum geht es beispielsweise auch bei dem „Value-based Healthcare (VBHC)“-Ansatz, der global immer mehr Anwendung in verschiedenen Gesundheitssystemen findet. Er liefert Antworten auf Fehlregulationen und Fehlanreize, die in Deutschland z.B. durch das Fallpauschalen-System entstehen. VBHC rückt die Patient*innen-Orientierung der Versorgung in den Vordergrund. Dabei steht der „Value“ im Mittelpunkt und ist klar definiert: die Ergebnisqualität aus Sicht der Patient*innen („Outcome“) im Verhältnis zu den Kosten, die man zum Erzielen des Outcomes benötigt.

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