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MedizinausbildungMedizincampus Chemnitz eröffnet Skills Lab

Am Medizincampus Chemnitz ist das Skills Lab Medicus, ein medizinisches Simulations- und Trainingszentrum, eröffnet worden. Angehende Ärzte üben dort praktische Fähigkeiten der medizinischen Behandlung unter fachlicher Anleitung.

Übungsraum im Skills Lab
Maxi Einenkel/Klinikum Chemnitz

Einer der sechs neuen Räume des am 8.7.2021 eröffnet Skills Lab mit einer der digital gesteuerten Puppen.

Blick in einen Übungsraum im Skills Lab
Maxi Einenkel/Klinikum Chemnitz

Die Übungsräume im Skills Lab sind mit Deckenkameras ausgestattet, damit die Studierenden in Kleingruppen im Anschluss ihre Behandlungsschritte aus- und bewerten können.

Das Skills Lab Medicus – ein Medizinisches Simulations- und Trainingszentrum am Medizincampus Chemnitz – ist am 8. Juli 2021 eingeweiht worden. In der interprofessionellen Einrichtung sollen künftig die Studierenden des Modellstudiengangs Humanmedizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität (TU) Dresden praktische Fähigkeiten der medizinischen Behandlung unter fachlicher Anleitung von Tutoren des Klinikums Chemnitz erlernen und üben.

Im Skills Lab stehen sechs modern ausgestattete und flexibel nutzbare Räume zur Verfügung. Dafür wurde innerhalb nur eines halben Jahres die frühere Angiographie des Klinikums umgebaut. Anschließend erfolgte die Ausstattung mit hochwertiger Medizin- und IT-Technik, etwa für die OP-Simulation oder unterschiedliche Behandlungsszenarien einer Intensivstation.

Die Studierenden lernen dort an sogenannten Phantomen, das sind digital gesteuerte Puppen mit hochmodernem, elektronischem Innenleben. Die Phantome sind detailgetreu gestaltet und mit realitätsnahen Körperfunktionen ausgestattet, beispielsweise dem Herz- und Pulsschlag oder der Atmung. Damit lassen sich verschiedene Krankheitsbilder wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle simulieren und Behandlungssituationen nachstellen. Anschließend können die Studierenden in Kleingruppen ihre Behandlungsschritte aus- und bewerten, denn sie werden auf Wunsch von Deckenkameras aufgezeichnet.

Zum Einsatz kommen neben den Phantomen Trainings-Defibrillatoren, Ultraschallgeräte und EKG-Geräte. In den neu eingerichteten Räumen lernen die Studierenden bereits ab dem 2. Semester praktisch-medizinische Fähigkeiten wie Spritzen zu setzen, Wunden zu nähen, Blut abzunehmen, aber auch Patienten zu reanimieren, zu intubieren und erste Schritte in der Endoskopie.

Ganz oben auf der Agenda steht dabei die Vermittlung kommunikativer Kompetenzen. Dazu zählt etwa die Anamnese, später werden psychologisch sehr viel schwierigere Themen dazukommen. Zeitweise kommt ein Patienten-Darsteller eigens aus dem Schauspielensemble der Chemnitzer Bühnen zum Einsatz. Die Szenarien werden über Kameras und Mikrofone direkt übertragen. Die Lehrenden, Tutoren und Mitstudierenden können die Szene beobachten und anschließend unter Anleitung eines Tutors ein direktes Feedback geben. Denn das Zuhören und die Empathie spielen bei der Behandlung von Patienten eine wichtige Rolle. Für das kommunikative Training werden zukünftig noch weitere Räume hergerichtet. Später sollen auch fachliche und didaktische Weiterbildungen verschiedener Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich im Skills Lab Chemnitz stattfinden.

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