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Gutenberg-GesundheitsstudieUniversitätsmedizin Mainz plant umfassende Covid-19-Studie

Die Universitätsmedizin und die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz bereiten eine Studie zu Risikofaktoren, Verbreitung und Folgen von Covid-19 vor. Daran sollen 10 000 Menschen aus Rheinhessen teilnehmen, wie die Unimedizin am Dienstag mitteilte.

Universitätsmedizin Mainz
Markus Schmidt

Haupteingang der Universitätsmedizin Mainz.

Die Forscher aus Mainz wollen Daten und Bioproben aus dem Bestand der bereits seit 2007 laufenden Gutenberg-Gesundheitsstudie mit neu gewonnenen Daten und Proben zu Covid-19 zusammenführen. Gefördert wird die Studie mit 1,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Dafür werden die bisherigen Probanden der Gutenberg-Gesundheitsstudie gebeten, sich ab Oktober zweimal im Abstand von vier Monaten auf das Coronavirus sowie auf eine möglicherweise vorhandene Immunisierung testen zu lassen. Im Falle einer Sars-CoV-2-Infektion werden detaillierte Angaben zur Erkrankung erfragt.

Die Studie werde einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Pandemie leisten, erklärte der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD). Für die wissenschaftlichen Analysen werden modernste Methoden angewandt, die unter anderem auch Technologien der künstlichen Intelligenz (maschinelles Lernen) nutzen. Aspekte sind die bevölkerungsrepräsentative Häufigkeit von Infektionen, der Anteil an COVID-19 erkrankten Menschen, sowie der zeitliche Verlauf der Erkrankung und gesundheitliche Folgen. Darüber hinaus sind die Identifizierung von Merkmalen und Charakteristika besonders infektionsgefährdeter Personengruppen, von Personen mit schweren Krankheitsverläufen sowie die Erfassung von Langzeitfolgen der Erkrankung ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit. Dies kann durch die Nutzung der Daten zu Vorerkrankungen, Gesundheitszustand, Lebensstil, Lebenssituation und Umwelt der Studienteilnehmer, aber auch molekulare oder genetische Daten, erreicht werden. Erste Ergebnisse der Gutenberg COVID-19 Studie werden zum Jahresende 2020 vorliegen.

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