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Mixed Reality

Marienkrankenhaus weltweit Vorreiter mit Operationen in 3D

Das Kath. Marienkrankenhaus in Hamburg setzt seit Anfang 2018 erstmalig eine hoch innovative Technologie bei Operationen ein, die bislang eher aus Kino oder Videospielen bekannt ist, als dass sie in der Medizin zum Einsatz kommt: Mixed-Reality projiziert dabei ein virtuelles Bild in die reale Umgebung.

3D-Brille

Marienkrankenhaus

Der Operateur setzt sich eine Art überdimensionale Sonnenbrille auf, bevor er den Eingriff vornimmt. Die Brille hilft dem Arzt dabei, die Schnitte besonders sicher zu führen.

Durch die intelligente Software eines Assistenzsystems - Virtual Surgery Intelligence (VSI) - können so u.a. MRT- und CT-Bilder des Patienten in beeindruckender Qualität über eine Spezialbrille dreidimensional auf den zu operierenden Teil des realen Patienten projiziert und vom Operateur in realer Umgebung visualisiert werden.

Dies unterstützt Ärzte und auch Nachwuchsärzte während ihrer Operationen. Die Aufnahmen werden in den echten Raum projiziert, sodass die reale Umgebung weiterhin sichtbar und die Hände frei zum Agieren bleiben. Oberarzt Dr. med. Hans-J. von Lücken und seine Kollegin Dr. med. Kathrin von Usslar, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf-, Hals- und plastische Gesichtschirurgie am Marienkrankenhaus Hamburg, entwickeln den VSI-Assistenten zusammen mit dem Hamburger Startup-Unternehmen apoQlar.

„Nach ersten Pretests der verschiedenen Modi im Sommer 2017 haben wir diesen innovativen Assistenten ein knappes halbes Jahr später im Marienkrankenhaus Hamburg im Einsatz. Mit dem VSI können wir u.a. die CT/MRT-Bilder unserer Patienten  aufrufen, virtuell ansehen und direkt auf ihnen fixieren (Mixed-Reality). Der VSI ist eine intelligente Anwendung, die dabei durch anatomische Landmarken den Patienten erkennt und die 3D-Aufnahmen virtuell auf ihm ablegt“, so Dr. von Lücken.

Assistenzärzte können sich schneller orientieren

Ein manueller Abgleich mit der zuvor erstellten 3D-Darstellung über einen Bildschirm z. B. von Tumorgewebe auf das zu operierende Objekt entfällt und wird durch den VSI wesentlich erleichtert und vor allem präzisiert. „Wir haben festgestellt, dass wir dadurch einen viel tieferen und detaillierteren Einblick in die anatomischen Strukturen erhalten. Aber auch für unsere Assistenzärzte ist der VSI eine große Hilfe. So können sie sich schneller orientieren und der erfahrenere Arzt kann ihnen Operationszugänge und -abläufe besser vermitteln“, berichtet der Oberarzt und Initiator.

Gesteuert wird der VSI über Sprache und Gestik. Neben den MRT- oder CT-Bildern können auch andere wichtige Daten des Patienten wie OP-Berichte und Laborwerte aufgerufen und dargestellt werden.

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