Barbara Napp im Expertengespräch

Vom fernen Osten lernen

Seit Anfang des Jahres kooperiert das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) bei der Pflege mit dem Tongji-Hospital im chinesischen Wuhan. Barbara Napp, pflegerische Zentrumsleitung am UKE, erzählte im Expertengespräch am kma Stand, was Deutsche und Chinesen bei der Pflege voneinander lernen können.

Foto: Deckbar

UKE-Pflegeexpertin Barbara Napp (rechts) gab am kma Stand im Gespräch mit kma Chefredakteurin Kirsten Gaede einen interessanten Einblick über die Pflegekooperation mit Wuhan.

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Im Rahmen der Kooperation sind 1-2 Mal im Jahr jeweils zwei Pflegekräfte für vier Wochen zu Gast im Partnerkrankenhaus und lernen dort die Pflegepraxis vor Ort kennen. Barbara Napp war im April zusammen mit UKE-Vorstand Joachim Prölß in Wuhan, um die Kooperation festzuzurren. Bereits im Mai waren die ersten chinesischen Pflegekräfte auf Gegenbesuch in Hamburg.

Dass man von der chinesischen Pflegepraxis auch bei einem der renommiertesten deutschen Unikliniken viel lernen kann, erlebte Barbara Napp hautnah vor Ort. „Das Niveau der Pflege in Wuhan ist sehr hoch. Das trifft sowohl auf die reinen Fachkenntnisse und die Pflegeorganisation zu wie auf die Umsetzung von sehr hohen Standards bei der Hygiene“, so die Expertin im Gespräch mit kma Chefredakteurin Kirsten Gaede. Das deutsche Gesundheitssystem werde in China zwar als Vorbild angesehen; inzwischen sei aber das Qualifikationsniveau der Pflege durchaus mit dem deutschen vergleichbar.

Zudem gibt es in der Pflegepraxis Dinge, bei denen die Chinesen ihren deutschen Kollegen voraus sind. „Da haben wir einiges an Anregungen mitgenommen“, sagte Barbara Napp und erzählte, wie strikt und lückenlos die Hygieneplanung und -überwachung vor und während einer OP in Wuhan erfolgt. Dort wird mittels moderner Elektronik jeder Schritt erfasst und ob grundlegende Hygiene-Maßnahmen des OP-Personals eingehalten werden. Ein weiter Punkt, der die Expertin in China beeindruckt hat, sei die auffallend hohe Patientenorientierung des Personals.

Neben Aspekten der Pflege erhofft sich die UKE-Pflegeexpertin vor allem, dass ihre Mitarbeiter durch die vielfältigen Erfahrungen in China interkulturelle Kompetenz erwerben und von der unterschiedlichen Managementkultur profitieren.

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