Georg Thieme Verlag KG

LauterbachRasche Auszahlung des Corona-Bonus für Pflegekräfte

Gesundheitsminister Karl Lauterbach kündigt die rasche Auszahlung des geplanten Corona-Bonus wegen besonderer Belastungen für Pflegekräfte in Kliniken und in der Langzeitpflege an. Der DKG ist dies nicht genug.

 

Prof. Karl Lauterbach
Thomas Ecke/BMG

Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD).

Der geplante Corona-Bonus wegen besonderer Belastungen in der Pandemie soll laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach Pflegekräften in Krankenhäusern und in der Langzeitpflege zukommen. Die Zahlungen sollen dafür jeweils hälftig ausgeschüttet werden, wie der SPD-Politiker am 22. Februar 2022 im ZDF-Morgenmagazin deutlich machte. „Der Bonus kommt jetzt relativ rasch. Aber das ist nicht alles, sondern die Arbeitsbedingungen müssen sich insgesamt verbessern.“

Die Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP hatte angekündigt, dass es einen Bonus für Pflegekräfte geben soll. Dafür will die Regierung eine Milliarde Euro bereitstellen und die Steuerfreiheit für Bonuszahlungen auf 3000 Euro anheben. Karl Lauterbachs Vorhaben, den geplanten Corona-Bonus auf einen gewissen Kreis von Pflegepersonal zu begrenzen, stieß bei CDU und Linkspartei auf Gegenwehr. Lauterbach sagte, es sei jetzt ein entsprechender Entwurf entwickelt worden, der dem Bundestag vorgelegt werden solle. Der Bonus solle an die Pflegenden gehen, weil sie in der Corona-Krise im Vordergrund gestanden hätten, und nicht an andere Berufsgruppen. Nähere Angaben machte er vorerst nicht.

Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichteten, ein Eckpunktepapier sehe für Vollzeitkräfte in der Altenpflege einen Bonus von bis zu 550 Euro vor. Der gestaffelte Bonus solle ab 30. Juni und spätestens bis 31. Dezember ausgezahlt werden. Für Pflegekräfte in Kliniken sei ein Bonus für Krankenhäuser geplant, die 2021 mehr als zehn Covid-Fälle mit künstlicher Beatmung behandelt haben. Dies seien 837 Kliniken, die 95 Prozent aller Corona-Patienten versorgten. Klinikträger und die Beschäftigtenvertretungen sollten gemeinsam entscheiden, wer Prämien in welcher Höhe erhalte. In erster Linie solle sich der Bonus an Kräfte in der Pflege am Bett richten. Demnach könnten rund 280 000 Pflegekräfte Geld bekommen.

DKG fordert Mittel für alle Krankenhäuser

Zu den Bonus-Plänen erklärt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die Krankenhäuser begrüßten grundsätzlich, dass die Bundesregierung finanzielle Mittel für einen Pflegebonus zur Verfügung stelle. Aus Sicht der Krankenhäuser sei es fair, dass neben der Krankenpflege in den Kliniken auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen von einem Pflegebonus profitierten.

Um die besondere Belastung der patientennahen Bereiche in den Kliniken während der Corona-Pandemie insgesamt zu würdigen, fordert die DKG eine Aufstockung der Gesamtmittel und Verteilung auf alle Krankenhäuser.

Die vom Bundesgesundheitsministerium geforderte unterschiedliche Prämienhöhe für Pflegekräfte auf Intensiv- und Pflegekräften auf Normalstationen lehnt die DKG ab. Dies führe zu enormen Abgrenzungsproblemen und zur Ungleichbehandlung der Beschäftigten. Eine solche Verteilung könne der Belastung im Einzelfall niemals gerecht werden. Die DKG empfehle deshalb den Krankenhausträgern, mit den Mitarbeitervertretungen/Betriebsräten einheitliche Prämienregelungen in den Krankenhäusern zu vereinbaren.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!