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TransformationWie das Klinikum Nürnberg eine Station digital umgebaut hat

Neues KIS, digitale Patientenkurve und Medikation am Klinikum Nürnberg: In Lauf zeigt das Pilotprojekt, was die Digitalisierung auf Station erleichtert – und wo sie Mitarbeitende noch ausbremst.

Stationsleiter Michael Hirschmann spricht mit einem Patienten
Alexandra Heeser
Statt Notizen zählt das Gespräch: Michael Hirschmann gewinnt Zeit für seine Patienten zurück.

Es ist sieben Uhr morgens auf der Wahlleistungsstation des Laufer Krankenhauses. Die Übergabe ist erfolgt, die Medikamente sind kontrolliert – jetzt beginnt die Patientenversorgung. Früher hätte man rasch die Laborbefunde ausgedruckt und die Fieberkurven zusammengesucht. Heute blicken entspannte Gesichter auf den digitalen Visitenwagen und den Spot Check Monitor. 

Um in die Patientendokumentation zu kommen, muss sich Stationsleiter Michael Hirschmann nicht umständlich mit seinem Personalcode anmelden. Er scannt einfach kurz seinen Chip und schon springt der Bildschirm an. Die Pflegefachkraft beginnt ihre Runde bei Karl Fischer (Name von der Redaktion geändert), der am heutigen Tag entlassen werden soll. Während Hirschmann Wagen und Monitor in eines der neuen Einzelzimmer schiebt, sitzt Fischer, geschniegelt und gestriegelt, beim Frühstück. Der Über-80-Jährige freut sich, heute wieder nach Hause zu dürfen. „Meine Frau ist leider derzeit auf Reha, aber eine Freundin holt mich nachher ab. Ich habe mich um 10 Uhr mit ihr unten im Eingangsbereich verabredet. Schaffen wir das mit der Visite, Herr Hirschmann?“, fragt der Patient unsicher. 

Hirschmann, der als Stationsleitung die Abläufe gut kennt, beruhigt ihn, dass dem nichts im Wege stehe. Er lockert die Atmosphäre und fragt, ob die Ehefrau denn von der Freundin wisse. Fischer winkt ab, das sei wirklich nur eine Freundin der Familie – und wird ein wenig rot. 

Pilotprojekt in Lauf: digitale Kurve und digitale Medikation

Dann wandert sein Blick zum große Visitenwagen mit schwenkbarem Monitor auf beweglichem Fuß, den Hirschmann geschwind ins Zimmer fährt. Neben dem Monitor liegen desinfizierbare Tastatur und Maus, dazu ein Scanner. Den kleinen, ebenfalls rollbaren Spot Check Monitor zieht der Pfleger gleich hinterher. Er erklärt, dass in den neuen Einbettzimmern beides sowie der klassische Visitenwagen Platz haben. „In Mehrbettzimmern nehme ich meist nur das iPad auf dem Visitenwagen und den Spot Check Monitor mit. Dann ist das Zimmer nicht so voll.“

Michael Hirschmann legt Fingersensor an den Patienten an
Alexandra Heeser
Der Fingersensor überträgt die Sauerstoffsättigung direkt in die digitale Patientenkurve.

Während Hirschmann sich nach Fischers Befinden erkundigt, scannt er dessen Patientenarmband, legt die Blutdruckmanschette an und klemmt den Sensor für die Sauerstoffsättigung an den Finger. „Früher hätte ich alles einzeln gemessen und dann händisch in die Kurve übertragen“, sagt er. Jetzt fließen die Vitalwerte per Knopfdruck via Wlan in Echtzeit in das neue Krankenhausinformationssystem (KIS) Orbis und landen in der digitalen Patientenkurve. Keine unleserliche Handschrift, keine Übertragungsfehler. 

Auch Fiebermessen geht sekundenschnell. „Ich sehe die aktuellen Werte von Herrn Fischer bereits hier auf dem Schirm, noch während wir sprechen“, erklärt Hirschmann und weist auf den Monitor. Dann geht er zum digitalen Visitenwagen, ruft die Patientenakte von Herrn Fischer auf – der Scan des Armbandes öffnet sie – und sieht die Werte bereits dokumentiert. Danach prüft er die für den Tag geplanten Pflegemaßnahmen. Kanüle ziehen steht dort – unter anderem. Nach Erledigung hakt er die Maßnahme im KIS ab; sie ist damit im System erledigt und, in diesem Fall, beendet.

Einen weiteren Vorteil des neuen KIS und der Digitalisierung sieht Stationsleiter Hirschmann, der rund zehn Prozent seiner Zeit im Büro verbringt, darin, dass Pflegende und Ärzte jederzeit und überall auf alle Daten zugreifen können. „Stellen wir die Medikamente um, sieht der Kardiologe sofort und übersichtlich, welche Auswirkungen das hat.“ Auch Schmerzerfassung sowie Sturz- oder Delir-Assessment laufen digital. Jede Pflegekraft erkennt, welche Maßnahmen bereits erfolgt sind. Fehlt eine Verknüpfung, lässt sie sich gleich ergänzen. 

„Aus meiner Sicht ist das Teildigitalisierungsprojekt in der Pflege, das wir hier in Lauf pilotiert haben, ein echter Gewinn, was Optik und Übersichtlichkeit angeht. Ich sehe auch sofort, wenn ich aufgrund der Personalsituation Betten sperren muss. Das Verlegen ist viel einfacher: Ich verschiebe den Patienten auf dem Bildschirm. Und die PPR 2.0 sollen im kommenden Jahr automatisch ausgeleitet werden.“ Deshalb rät der Stationsleiter schon jetzt allen Pflegekräften, jede ergriffene Maßnahme zu erfassen. Dann fällt es nächstes Jahr leichter, wenn dies gegebenenfalls erlöswirksam im KIS erfasst wird.

Der Klinikverbund Nürnberger Land

Das Klinikum Nürnberg ist mit seinen zwei Standorten eines der größten kommunalen Krankenhäuser in Deutschland und bietet das gesamte Leistungsspektrum der Maximalversorgung an. Mit 2233 Betten und 8400 Beschäftigten versorgt es knapp 335.000 stationäre und ambulante Patienten im Jahr. 

Die Krankenhäuser Nürnberger Land mit den beiden Standorten in Lauf und Altdorf sind ein gemeinnütziges Unternehmen des Klinikums Nürnberg mit 267 Betten der Grund- und Regelversorgung. 650 Mitarbeitende versorgen an beiden Standorten jährlich über 30.000 stationäre und ambulante Patienten. Beide Häuser bieten den Bürgern der Region eine wohnortnahe medizinische Basisversorgung. 

Herausforderung: Technik trifft auf Mensch

Hirschmann kennt die Fallstricke. Die große Transformation des Klinikverbundes Nürnberger Land, zu dem das Krankenhaus Lauf gehört, verlief nicht ohne Hürden. Der Stationsleiter sieht es als Führungsaufgabe, „die Mitarbeitenden auf den Weg zu bringen, dass es mittelfristig eine Erleichterung sein wird“. Das Klinikum Nürnberg, zu dem der Klinikverbund Nürnberger Land gehört, hat kommunikativ viel gestützt: Podcasts, Moodle-Anleitungen, interne Plakatkampagne, Intranetinfos, Schulungen für alle Pflegekräfte und Ärzte. In der ersten Woche stand den Mitarbeitenden in Lauf eine 24/7 Begleitung zur Seite. Mittlerweile wurden dort eigene KIS-Trainer als Multiplikatoren ausgebildet.

Dennoch: „Nicht jede Pflegekraft ist hellauf begeistert, da man sich erst einmal in das neue System einarbeiten muss“, sagt Hirschmann. „Und mit den digitalen Helfern wird nicht alles sofort besser.“ Es gab Skeptiker, die überzeugt werden mussten. Vor allem die ältere Generation der Pflegekräfte murrte zuweilen. „Ich habe Kolleginnen und Kollegen, die haben 20, 30 oder 40 Jahre auf Papier dokumentiert. Das war für die schon eine große Umstellung und hat im täglichen Doing viel Zeit gekostet, um Routinen wieder herzustellen – und tut es teilweise immer noch“, sagt er. Wo früher ein kurzer Blick in die Patientenakte reichte, müssen sich Ärzte und Pflegekräfte nun anmelden und durch Menüs klicken. „Bis sich eine wirkliche Entlastung im sogenannten weißen Bereich einstellt, wird noch Zeit vergehen.“

Momentan gewöhnen sich die Mitarbeitenden noch an das neue System“, erklärt auch Dr. Herbert Quinz die Tücken der KIS-Umstellung an allen Standorten. Quinz ist Herzchirurg und leitet jetzt den Bereich Digitales Prozess- und Technologiemanagement sowie Medizinmanagement am Klinikum Nürnberg. Früher konnte die Medikation mehr oder weniger leserlich in 15 Sekunden in der Papierkurve eingetragen werden. Jetzt brauche es länger, um das Präparat – manchmal im Zweifingersuchsystem – im KIS zu finden und einzutragen. Dafür stehen diese Informationen auf Knopfdruck für Arztbrief und Rezepte zur Verfügung.

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Tücken der Technik

„Die Akzeptanz steht und fällt mit der Verfügbarkeit und Performance der Technik. Wenn das Wlan hakt oder das Einloggen zu lange dauert, nervt es“, sagt Quinz. „Und ein kompletter Netzausfall stellt unsere Mitarbeitenden vor ganz neue, bisher nicht gekannte Herausforderungen. Ein schneller Blick in die Patientenakte ist dann schlicht nicht mehr möglich und unsere Ausfallkonzepte müssen greifen.“ Deshalb habe der Verbund massiv in die Infrastruktur investiert. In den Decken aller vier Kliniken wird flächendeckend Wlan eingebaut, in Lauf gibt es Ladestationen und Austauschakkus für die Visitenwagen.

Viele verwechseln Digitalisierung mit Schnelligkeit.

Trotzdem läuft nicht immer alles rund. Gerade am Anfang hakt es, weiß Markus Danner, gelernte Pflegefachperson und Projektleiter Orbis für die Krankenhäuser Nürnberger Land. „Das ist normal und damit haben wir Führungskräfte auch gerechnet. Aber das stört die ein oder andere Kollegin, weil es Zeit kostet und wir auch noch immer wieder technischen Support benötigen“, schiebt Hirschmann hinterher. 

Danner ergänzt: „Viele verwechseln Digitalisierung mit Schnelligkeit. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass mit Digitalisierung alles besser geht. Sicherlich wird man im Prozess – gerade langfristig – schneller. Aber wir müssen auch zugestehen, dass nicht alles im neuen KIS automatisch eine Erleichterung verschafft.“ Hirschmann war deshalb wichtig, im Vorfeld keine falschen Erwartungen zu wecken. Ein Beispiel von sich selbst aus den Anfangstagen: „Wenn ich mir den Blutdruck vorher aufgeschrieben und in die Kurve eingetragen habe, war dieser Wert präsenter. Jetzt drücke ich auf „Speichern“ und er ist auf dem Monitor weg und gleich im System.“ Das könne anfangs eine Fehlerquelle sein. Die Arbeitsstruktur sei jetzt eine andere. Der Wert verschwinde aus dem Blickfeld. Nichtsdestotrotz ist für ihn die Digitalisierung mehr als nur ein Muss, sondern eine „echte Erleichterung“.

Herzlichkeit in Zeiten von Digitalisierung

Pflegefachkraft legt eine Blutdruckmanschette an.
Alexandra Heeser
Für Patient Fischer ist der Unterschied direkt spürbar: Die Blutdruckmessung ist angenehmer.

Nicht nur Mitarbeitende hatten anfangs Berührungsängste mit dem digitalen Visitenwagen. Auch Herr Fischer befürchtete zunächst, „die Pflegekräfte haben gar keine Zeit mehr für ein Schwätzchen mit mir, weil sie nur noch auf den Bildschirm schauen und Haken setzen“. Das legte sich schnell. Im Gegenteil: Die Transparenz beeindruckte den technikaffinen Patienten schnell. 

„Ich bin ja leider nicht das erste Mal hier am Klinikum. Früher war die Patientenakte für mich ein geheimnisvoller Papierstapel. Heute dreht Herr Hirschmann den Monitor zu mir und erklärt mir anschaulich meine Blutwerte in der Kurve und dass das Medikament offenbar anschlägt.“ Auch die Prozedur mit dem kleinen Spot Check Monitor empfindet Fischer als erleichternd. „Früher musste die Manschette für den Blutdruck voll aufgepumpt und langsam wieder abgelassen werden. Das war manchmal unangenehm. Jetzt misst die Manschette schon beim Aufpumpen, pumpt daher nicht mehr so doll und lässt schnell wieder ab.“ Da keine Notizen mehr nötig sind und alles automatisch ins System fließt, bleibt der Pflegekraft mehr Zeit, um mit dem Patienten zu interagieren. Ein klares Plus – neben der besseren Datenqualität.

Mitarbeiterbeteiligung wichtig bei Transformation

Stationsleiter Hirschmann blickt auf den Monitor.
Alexandra Heeser
Kein Blättern mehr: Michael Hirschmann hat die wichtigsten Daten sofort im Blick.

Hirschmann, der am Klinikum Nürnberg vor knapp 20 Jahren gelernt hat, kennt die Häuser im Verbund und deren Eigenheiten. Er saß in der Steuerungsgruppe des Teilprojektes Pflege, die die digitale Patientenkurve vorab und im Nachgang aus der Praxis begleitet hat – und begleitet. „Toll ist, dass man sich individuell die Bedieneinstellungen festlegen kann. Jeder hat ja seine Vorlieben. Der große Bildschirm ist ein echter Mehrwert. Ich sehe alles auf einen Blick und blättere nicht mehr in der Fieberkurve, deren Blatt nach fünf Tagen voll war. Und wir haben mit der Steuerungsgruppe die über 1000 Pflegemaßnahmen, die das KIS vorsieht, halbiert – auf die, die bei uns an den Häusern relevant sind“, erklärt Hirschmann seinen eigenen Einfluss auf den Transformationsprozess. 

Oft merkt man erst im täglichen Doing, was umständlich ist oder verbessert werden kann.

Er freut sich, dass die IT-Abteilung Anregungen auch im Nachgang noch aufnimmt. „Oft merkt man erst im täglichen Doing, was umständlich ist oder verbessert werden kann. So haben wir zurückgespiegelt, dass das tägliche Erfassen der Pflegemaßnahmen nicht beim Öffnen jeder Patientenakte voll erscheinen muss. Ein Klappfenster reicht, weil man es nicht immer braucht.“ Für ihn ist die Digitalisierungsoffensive eine lohnende, notwendige Investition – auch wenn sie „die größte Umstellung in meinem bisherigen Berufsleben“ ist.

Quantensprung für den Klinikverbund und das Klinikum Nürnberg

Der Klinikverbund Nürnberger Land, zu dem die Häuser in Lauf und Altdorf gehören, hat in den vergangenen Monaten eine technologische Rosskur hinter sich gebracht. Was für manch einen nach technologischem Schnickschnack aussieht, ist Teil einer groß angelegten Digitalisierungsstrategie am Verbund und dem Klinikum Nürnberg:

Zentrale Datenhaltung

Alle Informationen – vom Röntgenbild bis zum Medikationsplan der Apotheke – an allen vier Standorten sollen in einer digitalen Patientenakte zusammenfließen. Von der Aufnahme bis zur Entlassung ist die Patient Journey dann digital.

Arbeitsentlastung

Durch die automatische Dokumentation am Visitenwagen und dem Spot Check Monitor sollen Pflegekräfte Zeit für das Wesentliche gewinnen: den Patienten. Zudem werden Mitarbeitende beispielsweise durch die digitale Terminvergabe von bürokratischen Lasten befreit.

Sicherheit

Es soll nicht mehr zu Übertragungsfehlern in der Fieberkurve oder zu Unleserlichkeiten bei Medikamentenangaben kommen, weil jemand die Schrift des anderen nicht lesen kann. Das System prüft zudem im Hintergrund automatisch die Medikamente auf Wechselwirkung. Ein rotes Ausrufezeichen soll den Arzt beispielsweise sofort warnen, falls eine Verordnung problematisch sein könnte.

Digitales Mammutprojekt

Um die Fördermittel aus dem KHZG zu sichern, müssen vorgeschriebene Kriterien erfüllt und der sogenannte digitale Reifegrad gesteigert werden, erklärt Quinz. „Aus diesen Fördermitteln sind zahlreiche digitale Teilprojekte entstanden. Unter anderem haben wir die Intensivmedizin komplett digitalisiert. Wir steuern zum Beispiel unser ganzes Fluidmanagement, also Perfusoren oder Infusomaten, digital an. Man gibt die Medikation digital ein, und wenn man am Gerät etwas in der Gabe ändert, speichert das KIS diese Informationen automatisch“, sagt der Bereichsleiter.

Auch die Daten aus den Beatmungsgeräten werden automatisch übernommen. „So hat man eine viel bessere Übersicht über den Therapieverlauf in der Intensivmedizin, unserem komplexesten Bereich. Man muss nicht mehr in dutzenden Kurvenblättern suchen, sondern hat die Informationen gut lesbar, übersichtlich und aufbereitet vor sich“, erklärt Quinz einen Mehrwert des Projektes. Das digitale EKG ist in Lauf gerade Ende Januar umgesetzt worden. „Die EKGs sind im System und können von jedem Arbeitsplatz befundet werden, ohne ellenlange Papierstreifen ausdrucken zu müssen.“ KI unterstütze auch hier.

Die digitale Transformation verbessert die klinischen Abläufe spürbar und führt zu einer deutlich effizienteren und patientenorientierteren Versorgung.

Ein weiteres Teilprojekt ist die digitale Patientenkurve. „Der Vorstand hat als wichtigen Punkt im Rahmen der Digitalisierung beschlossen, dass wir die digitale Patientenkurve und die digitale Medikation einführen,“ beschreibt der Bereichsleiter die Motivation für das Pilotprojekt in Lauf. Künftig soll als Beispiel für Prozessentlastung im administrativen Bereich auch die Kodierung – KI unterstützt – teilweise automatisiert werden. „Auch die bessere digitale Abbildung und beispielsweise die automatisierte Erfassung von Zusatzentgelten soll zur Erlössicherung beitragen“, erklärt Quinz, der zuvor in der ärztlichen Direktion am Universitätsklinikum in Augsburg tätig war.

Vier Häuser, ein Stichtag

Das eigentliche Mammutprojekt: Alle vier Häuser sind zeitgleich auf das neue KIS migriert. Am 1. Oktober 2025 wurde das System vollumfänglich gewechselt. „Wir haben in diesem Zuge alle Prozesse digitalisiert. Das beginnt bei der Patientenaufnahme mit Formularen und Behandlungsvertrag, umfasst die ganze Klinikdokumentation und endet mit der Abrechnung. Mit dem neuen KIS können wir diverse Zusatzmodule wie das OP-Modul oder das Kardiologiemodul einführen. Das war sehr herausfordernd, weil wir viel standardisieren und harmonisieren mussten“, erklärt Quinz. Durch die umfassende Digitalisierung würden sich die klinischen Abläufe spürbar verbessern und das führe zu einer deutlich effizienteren und patientenorientierteren Versorgung.

Die Funktionalitäten unterstützen neben einer Online-Terminvereinbarung auch die TI-Infrastruktur komplementär.

Auch das von der KHZG-Förderung vorausgesetzte Patientenportal wurde an allen Standorten umgesetzt. Mittlerweile sind vier Fachabteilungen angebunden. „Die Funktionalitäten unterstützen neben einer Online-Terminvereinbarung auch die TI-Infrastruktur komplementär: Einweisungsschein, Aufklärungsdokumente, Arztbriefe, Befunde etc. können mit Patientinnen und Patienten sowie mit unseren Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitssystem ausgetauscht werden. Das wird von allen gut angenommen“, sagt Quinz über den digitalen Teilbereich, der gerade ausgerollt wird.

Für das Krankenhaus Lauf und die Pflegenden dort sind der digitale Visitenwagen und der Spot Check Monitor inzwischen mehr als Computer auf Rädern. Sie sind zum Symbol eines neuen Zeitalters geworden, das der Klinikverbund mit der Digitaloffensive eingeleitet hat. Früher seien – vor allem neue Mitarbeitende – irritiert gewesen, und haben „unsere fast vollständig papierbasierte Dokumentation als regelrechte Digitalwüste empfunden“, erinnert sich Quinz. Für ihn ist der größte Mehrwert, dass Daten nun fließen, die Arbeit an vielen Stellen – gerade langfristig – leichter wird und der Mensch wieder stärker im Mittelpunkt steht. „Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck“, betont er. „Es geht darum, die Patientensicherheit zu erhöhen und unsere Kolleginnen und Kollegen im klinischen Bereich bestmöglich zu unterstützen.“

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