
Die Gewerkschaft Verdi fordert einen Abbruch der kürzlich angelaufenen Befragung zur Zukunft der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz und begründet dies mit Berichten über „massive Unregelmäßigkeiten“. „Wir erhalten viele Berichte von Pflegepersonen, denen der Zugang zur Befragung verwehrt wurde oder die auf technische und andere Unzulänglichkeiten bei der laufenden Abstimmung hinweisen“, teilte der stellvertretende Leiter des Verdi-Landesbezirks, Frank Hutmacher, mit.
Viele der Beschwerden sind mit Screenshots oder Dokumenten belegt.
„Viele der Beschwerden sind mit Screenshots oder Dokumenten belegt. Ganz offensichtlich läuft die von der Pflegekammer organisierte Befragung alles andere als reibungslos“, kritisiert Hutmacher. Die Landesregierung stehe in der Pflicht, kurzfristig eine unmissverständliche, transparente und funktionierende Abstimmung auf den Weg zu bringen. Die Pflegekammer selbst sei damit offenbar überfordert.
Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz hat auf der Webseite der Mitgliederbefragung einen FAQ-Bereich mit häufig gestellten Fragen zu technischen Problemen veröffentlich. Sie teilt dort unter anderem mit, dass die technischen Probleme zum Start der Befragung inzwischen behoben worden seien. Eine Teilnahme sei nun problemlos möglich.
Mitglieder stellen Fortbestand der Kammer in Frage
Nach monatelanger Vorbereitung war die Befragung am 23. März gestartet. Sie soll bis zum 2. April dauern. Verdi hatte bereits zu Beginn der nun laufenden Abstimmung deutliche Kritik am Verfahren geübt. So sei der Zeitraum der Befragung extrem kurz. Im Vorfeld habe es keine öffentliche Ankündigung und keinerlei Transparenz gegeben. Die entscheidende Frage, ob die Pflegekammer überhaupt benötigt wird, sei in einer Vielzahl einseitig wertender Aussagen und suggestiver Fragen versteckt.
Die Kammer, die bei ihrem Start 2016 die erste ihrer Art in Deutschland war und sich um die Interessen von rund 40.000 Pflegekräften im Land kümmern soll, steht ausgerechnet im Jahr ihres zehnjährigen Bestehens stark in der Kritik. Zahlreiche Mitglieder sehen ihre Belange von der Kammer nicht vertreten, stellen gar ihren Fortbestand infrage. Es gab sogar schon Demonstrationen. Ein Dorn im Auge ist vielen etwa die mit Kosten verbundene Pflichtmitgliedschaft.







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