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Geburtshilfe

Bessere Bedingungen für Hebammen gefordert

Die Akademisierung des Hebammenberufs soll die Geburtshilfe für die Zukunft sichern. Dafür bestehe dringender Handlungsbedarf seitens der Politik, fordert der Deutsche Hebammenverband.

Foto: Helios

Hebamme im Einsatz

Geburtshilfe ist kein Zuckerschlecken. Der Hebammenberuf ist einer der ältesten der Welt, doch in Deutschland ist die Profession der Hebammen in der Krise: In einigen Bundesländern herrscht bereits ein Mangel an Entbindungshelferinnen.

"Die Arbeitsbedingungen von Hebammen müssen verbessert werden", fordert Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands bei der Bundesdelegiertentagung in Berlin. Vom 21. bis zum 24. November entscheiden rund 200 delegierte Hebammen aus allen Bundesländern über berufspolitische Weichenstellungen im Verband. Hebammenteams aus Kliniken waren mit einem Wettbewerb aufgerufen, ihre Modelle zur Verbesserung ihrer Arbeitssituation einzureichen.

Akademisierung des Hebammenberufs

„Der Beruf Hebamme soll zukunftssicher und attraktiv sein. Das erreichen wir nur mit einer Akademisierung“, meint Yvonne Bovermann, Präsidiumsmitglied im DHV. Deutschland hinkt hinterher: Die Berufsgesetze der Hebammen wurden vor über dreißig Jahren verabschiedet und seitdem nicht mehr an aktuelle Arbeitsbedingungen angepasst. In fast allen europäischen Ländern wurde die Hebammenausbildung bereits vollständig an Hochschulen überführt. Auch in Deutschland steht eine Reform bis 2020 aufgrund der bestehenden EU-Richtlinie zur Berufsanerkennung dringend an.

In Kliniken sind Arbeitsverdichtung und Arbeitsbelastung für Hebammen an der Tagesordnung. „Die Geburtshilfe in Deutschland braucht Veränderungen – und zwar jetzt“, betont Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied. Eine Eins-zu-eins-Betreuung durch eine Hebamme für eine Frau und Familie solle auch in Kliniken Standard sein, so Steppat. Dazu sei politisches Handeln nötig.

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