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Traumazentren und TelemedizinBundesgesundheitsminister sagt Ukraine humanitäre Hilfe zu

Prof. Karl Lauterbach hat der Ukraine Unterstützung beim Aufbau von Traumazentren, bei der Versorgung mit Prothesen und beim Einsatz von deutschen Ärzt*innen versprochen. Er wurde vom ukrainischen Gesundheitsminister Viktor Ljaschko nach Lwiw eingeladen.

Menschenkette
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Symbolfoto

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat der Ukraine umfassende und konkrete Hilfe aus Deutschland bei der Versorgung von Kriegsopfern zugesagt. Dies sei der Beginn einer andauernden Zusammenarbeit, sagte Lauterbach am 10. Juni 2022 bei einem Besuch in der westukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg). „Wir werden alles tun, was wir können, um Sie zu unterstützen in diesem ungerechtfertigten, unmenschlichen und barbarischen Krieg.“

Mehr Prothesen, mehr Personal und Ausbau der Telemedizin

Die anlaufende medizinische Hilfe soll auf mehreren Ebenen stattfinden, wie Lauterbach erläuterte. Die Bundesregierung wird dafür die Aufstellung und den Betrieb von Container-Werkstätten zur Herstellung von Prothesen der Firma Otto Bock unterstützen. Aufgebaut werden sollen außerdem Traumazentren für Verletzte. Auf Vermittlung des Bundesgesundheitsministeriums bieten sich über die Bundesärztekammer 200 Chirurgen und Notfallmediziner für den Einsatz in der Ukraine an. Das Unfallkrankenhaus Berlin bildet ukrainische Ärzte für die Behandlung von Verbrennungswunden aus. Das Robert Koch-Institut (RKI) wird in Zusammenarbeit mit der Charité in den nächsten Wochen mehrere zusätzliche Krankenhäuser in der Ukraine an die telemedizinische Beratung für die Behandlung schwerverletzter Patienten anschließen. Lauterbach unterstrich: „Wir sorgen für technische Unterstützung, wir sorgen für Nachschub und wir sorgen für Ärztinnen und Ärzte.“

Gesundheitsversorgung ist besonders betroffen

Lauterbach sagte: „Kinder treten auf Minen, verlieren Gliedmaßen.“ Wohnblocks würden beschossen, auch unschuldige Zivilisten und Kinder schwer verletzt. „Und teilweise mehrfach am Tag bombardieren die russischen Streitkräfte selbst Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine.“ Er bilanzierte: „Hier ist so viel Elend durch diesen barbarischen Angriffskrieg entstanden.“ Deutschland helfe deshalb ganz gezielt bei der Gesundheitsversorgung der vielen Menschen, „die starke Verbrennungen erlitten haben, die Beine oder Arme verloren haben und die wichtige Medikamente benötigen“, sagte Lauterbach.

Empfangen worden war Lauterbach von seinem ukrainischen Amtskollegen Viktor Ljaschko, mit dem er an einer Geberkonferenz für den Aufbau eines Reha-Zentrums für Kriegsversehrte teilnahm. Beim Besuch mehrerer Krankenhäuser sprach Lauterbach mit Verletzten.

Spenden und Hilfsgüter im Wert von 200 Millionen Euro

Laut Weltgesundheitsorganisation wurden seit Beginn des Krieges bei rund 290 Angriffen auf die Gesundheitsversorgung der Ukraine Krankenhäuser, Krankentransporte und Gesundheitseinrichtungen beschädigt. Das Bundesgesundheitsministerium stellte bislang medizinische Hilfsgüter im Wert von rund 100 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus belaufen sich Spenden aus der deutschen Gesundheitswirtschaft laut Ministerium auf eine Höhe von über weitere 100 Millionen.

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