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Bundestagswahl 2021DEKV veröffentlicht gesundheitspolitische Forderungen

4. Pflege stärken

Der anhaltende Fachkräftemangel bereitet Krankenhäusern Schwierigkeiten bei der personalintensiven Patientenversorgung. Nach Auffassung des DEKV kann die Situation in der Pflege auf lange Sicht nur durch Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und Karrieremöglichkeiten zum Positiven verändert werden. Radbruch hebt die Förderung der interprofessionellen Zusammenarbeit im Behandlungsteam und die Stärkung der Pflege hervor. Die vorbehaltenen Tätigkeiten seien durch den Gesetzgeber zu erläutern. Darüber hinaus wird ein Anreizsystem im Krankenhauswesen für eine Neuverteilung von Verantwortung zwischen den Berufsgruppen benötigt. Zudem bestehe der Bedarf an einem modernen und evidenzbasierten Pflegebedarfsbemessungsinstrument, das „sowohl den Qualifikationsmix als auch die akademische Pflege“ in Betracht zieht, wie Radbruch erklärte.

Für digitale Veränderungen in der stationären Versorgung sollte die Digitalkompetenz der Mitarbeiter durch Fort- und Weiterbildung bundesweit gestärkt werden. Der Ausbau und die Finanzierung der Praxisanleitung seien zwecks der Förderung von Abschlüssen in der akademischen und dualen Pflegeausbildung erforderlich.

5. Finanzierung sicher und transparent gestalten

Die Diagnosis Related Groups (DRG) sind durch die pauschale leistungsorientierte Erstattung geeignet, Transparenz herzustellen. Belastend auf die Finanzierung der Krankenhäuser wirkt sich jedoch die Länderinvestitionslücke aus, die laut Bundesrechnungshof vier Milliarden Euro pro Jahr beträgt. Sie trifft nicht nur Krankenhäuser in ländlichen Regionen, sondern alle Häuser. Sie führt zu der Fehlentwicklung, dass Krankenhäuser Gewinne zur Finanzierung von Investitionen erwirtschaften müssen. An seine Grenzen stößt das DRG-System jedoch bei bedarfsnotwendigen Kliniken, deren Fallzahlen nicht ausreichen, um die durch die Qualitäts- und Strukturvorgaben entstehenden Kosten zu finanzieren. Die nachweislich nicht gedeckten notwendigen Kosten sollten nach Ansicht des DEKV durch Steuermittel ausgeglichen werden.

Krankenhäuser in Deutschland unterscheiden sich im Hinblick auf Personalkosten, Vorhaltekosten und Eigeninvestitionen, da hier verschiedene Einflussfaktoren wie Versorgungsauftrag, Region oder Träger eine Rolle spielen. Um hier Transparenz zu schaffen, muss das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) beauftragt werden, die unterschiedlichen Kostenstrukturen der privaten, öffentlich-rechtlichen und kirchlichen Krankenhäuser sowie der unterschiedlichen Versorgungsstufen auf Grundlage einer breiten Datenbasis in regelmäßigen Abständen zu analysieren.

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