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BettenabbauEngpässe an Kinderkliniken laut Linke „unwürdig“

Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch fordert dringend Abhilfe von Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach bei der medizinischen Versorgung von Kindern. Die Zustände an Kinderkliniken seinen „dramatisch“ und „unwürdig“.

Kinder- und Jugendmedizin
Siam/stock.adobe.com

Symbolfoto

Nach der Klage von Ärzten über Engpässe an Kinderkliniken hat der Linken-Politiker Dietmar Bartsch dringend Abhilfe angemahnt. Die Zustände seien „teils dramatisch und für eines der reichsten Länder der Erde unwürdig“, sagte der Bundestagsfraktionschef der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Daten des Statistischen Bundesamts sank die Zahl der Betten für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen von 26 663 im Jahr 2018 auf 26 208 im Jahr 2020. Ärzteverbände hatten zudem angeprangert, dass viele vorhandene Klinikbetten für Kinder wegen Personalmangels nicht belegt werden könnten.

Bartsch sagte: „Dass hunderte Krankenhausbetten für Kinder in den vergangenen Jahren sogar abgebaut wurden, ist gravierendes Politikversagen im Gesundheitsbereich. Bettenmangel und Pflegenotstand in der Kindermedizin dürfen nicht weniger Aufmerksamkeit bekommen als Affenpocken.“ Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach müsse die medizinische Versorgung der Kinder zur Chefsache machen und „die unhaltbaren Missstände in den Kliniken schnellstmöglich beheben“.

Lauterbach will Fallpauschalen abschaffen

Nach Darstellung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist die Versorgung von Kindern im Krankenhaus schwerer zu kalkulieren als die von Erwachsenen. Daher rechneten sich Kinderkliniken rein wirtschaftlich betrachtet oft nicht. Lauterbach kündigte an, die Abrechnung über sogenannte Fallpauschalen für Kinderheilkunde und Geburtshilfe abzuschaffen. Das sei das erste, was er im Rahmen der laufenden Krankenhausreform durchsetzen wolle, sagte Lauterbach am 2. Juni im Bundestag.

Nach Angaben der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin war schon zwischen 1991 und 2017 die Bettenzahl in der Pädiatrie um ein Drittel gesunken. Im gleichen Zeitraum stiegen die jährlichen Fallzahlen von durchschnittlich 900 000 behandelten Kindern und Jugendlichen auf inzwischen mehr als eine Million.

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