
Nach dem angekündigten Aus für die Kinderklinik im Krankenhaus Ludwigsfelde rechnet Gesundheitsminister René Wilke (SPD) mit weiteren möglichen Schließungen in Brandenburg. „Es wird nicht die letzte Nachricht dieser Art sein“, sagte er am 27. Mai in der RBB-Sendung „Brandenburg Aktuell“. Acht von zehn Krankenhäusern schrieben rote Zahlen. „Natürlich wächst dann der wirtschaftliche Druck und dann noch die Frage, welche Bereiche kann man noch irgendwie quersubventionieren, wenn es überhaupt gar keinen Puffer mehr dafür gibt.“
Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow hat angekündigt, Ende Juli zu schließen. Der Träger begründet dies mit der Krankenhausreform und einer notwendigen Spezialisierung. Das Unternehmen verweist angesichts einer Belegung von drei Betten auf eine zu geringe Auslastung der Kinderklinik und will Orthopädie, Innere Medizin und Geriatrie ausbauen.
Protest einer Mutter gegen die Schließung
Es gibt Kritik auf Seiten der Eltern: Für die Petition einer Mutter zum Erhalt der Kinderstation in Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming) sind im Internet bereits mehr als 5000 Unterschriften zusammengekommen. Die Mutter sagte im RBB, ihre kleine Tochter habe kürzlich eine Stoffwechsel-Entgleisung gehabt. „Hätte der Weg länger gedauert, wäre sie wahrscheinlich nicht mehr bei uns.“ Das etwa 20 Kilometer entfernte Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam soll nach der Schließung die stationäre Versorgung der gesamten Region übernehmen.
Krankenhausgesellschaft sieht Gefahren
Die Landeskrankenhausgesellschaft sieht Risiken für weitere Häuser. „Es kommen auf jeden Fall noch weitere Krankenhäuser unter Druck in diesem Jahr und auch im nächsten Jahr“, sagte Geschäftsführer Michael Jacob der Deutschen Presse-Agentur. „Diese Gefahr von Insolvenz ist wirklich da.“ Davon könnten in besonderem Maße Kinderkliniken betroffen sein: „Sie sind ganz besonders im Fokus, weil durch die Demografie die Geburtenzahlen zurückgegangen sind“, sagte Jacob.
Minister Wilke sagte im RBB, die Schließung wäre aus seiner Sicht auch ohne Krankenhausreform passiert, weil der Bereich so wenig ausgelastet gewesen sei, dass er hochdefizitär war. „Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass alle Standorte in Brandenburg erhalten bleiben, aber sie werden in Teilen neue Rollen bekommen“, so Wilke. „Die Grundversorgung in der Fläche wollen wir aufrechterhalten.“





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