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Modellregion LausitzNeue Aussichten für Krankenhäuser in Forst und Guben

Die Lausitz Klinik Forst und das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben wollen ihre regionale Gesundheitsversorgung strategisch weiterentwickeln. Auf einer Konferenz kamen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen zusammen.

Dr. Hans-Ulrich Schmidt
Natalia Kujawa/DNWG
Dr. Hans-Ulrich Schmidt erläuterte die langfristigen Ziele einer modernen Gesundheitsversorgung in der Region.

Die Lausitz Klinik Forst und das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben (DNWG) haben Anfang Mai eine gemeinsame Strategiekonferenz ausgerichtet. Der kaufmännische Geschäftsführer des Unternehmensverbunds Diakonissenhaus Teltow, Dr. Hans-Ulrich Schmidt, stellte die Vorgehensweise des Verbunds vor. Im Publikum saßen leitende Mitarbeitende der beiden Krankenhäuser sowie Gäste aus Politik und Wirtschaft. 

An der Konferenz nahmen unter anderem Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger, Bürgermeisterin Sabine Taubeneck (Forst), Bürgermeister Fred Mahro (Guben) teil. Zusätzlich waren Referenten des brandenburgischen Gesundheitsministeriums, der AOK Nordost und der Medizinischen Universitätsklinik Lausitz – Carl Thiem vertreten.

Ziel des Treffens war es, Probleme und Lösungen aufzuzeigen. Laut Veranstalter ergab sich für die leitenden Mitarbeitenden ein umfassendes Bild mit einer positiven Perspektive für den Erhalt der Standorte in Guben und Forst.

Vernetzung in der Modellregion

Ein zentraler Baustein der Strategie ist die stärkere Vernetzung kleinerer Krankenhäuser mit dem Universitätsklinikum Cottbus. Sebastian Scholl, Beauftragter der Modellregion Gesundheit Lausitz, verwies darauf,  gemeinsam Verantwortung für die Region aktiv wahrzunehmen.

Der Fokus der Universitätsmedizin liege insbesondere auf Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung. Die Lausitz biete als Modellregion besondere Rahmenbedingungen, um neue Versorgungsstrukturen zu erproben und weiterzuentwickeln – ein Ansatz, der auch europaweit Aufmerksamkeit finde.

Aufgabenteilung und Behandlungszentren

Wie die Zusammenarbeit konkret aussehen soll, erläutert Andreas Mogwitz, Geschäftsführer der Krankenhäuser in Forst, Guben und des Lutherstifts Frankfurt (Oder). Neben der Kooperation mit der Universitätsklinik sollen die drei Standorte an Neiße und Oder enger zusammenarbeiten. Grundlage bildet eine klare fachliche Aufgabenteilung.

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Das Lutherstift ist bereits als Fachklinik für Geriatrie spezialisiert, auch die Lausitz Klinik Forst setzt hier einen Schwerpunkt. Darüber hinaus bilden das Naëmi‑Wilke‑Stift Guben und die Lausitz Klinik Forst gemeinsam vier Behandlungszentren:

  • Innere Medizin mit Geriatrie und Palliativmedizin
  • Orthopädie mit Fokus auf Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Bauchzentrum mit Urologie
  • Gefäßchirurgie und Plastische Chirurgie

Anästhesie, Intensiv‑ und Notfallmedizin werden standortübergreifend von einer gemeinsamen Chefärztin verantwortet.

Wirtschaftliche Stabilisierung im Fokus

„Im Gubener Krankenhaus ist es gelungen, nach der überstandenen Insolvenz wieder wirtschaftlich zu arbeiten“, sagt Mogwitz. Um die finanzielle Stabilität weiter zu verbessern, soll das geriatrische Angebot in Forst um die geriatrische Rehabilitation erweitert werden. Insgesamt zeigt sich der Geschäftsführer optimistisch: Man sei auf einem guten Weg und in mehreren Bereichen bereits einen Schritt voraus.

Rückendeckung kam auch aus dem brandenburgischen Gesundheitsministerium. Abteilungsleiter Michael Zaske betonte, dass die enge Zusammenarbeit der Standorte sowie die stärkere Verzahnung ambulanter und stationärer Angebote zentrale Elemente einer zukunftsfesten Versorgung seien. 

Eine reine Krankenhausreform reiche nicht aus – erforderlich sei eine umfassende Gesundheitsreform, die auch Notfallversorgung und kommunale Strukturen einbeziehe. Außerdem betont er, dass jeder siebente Arbeitsplatz in Brandenburg am Gesundheitswesen hängt.

Marek Rydzewski, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost, sprach sich ebenfalls für eine stärkere Steuerung der Versorgung aus. In der Nutzung von Patientendaten sieht er einen wichtigen Hebel, um Angebote bedarfsgerechter zu gestalten und Ressourcen effizienter einzusetzen.

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