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NeuausrichtungKinderklinik im Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow schließt

Kinder- und Jugendmedizin ist bundesweit das Fachgebiet, das die Ambulantisierung am härtesten trifft. Im Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow zieht das Diakonissenhaus jetzt die Konsequenz und gibt den Bereich auf. 

Kinder- und Jugendmedizin
Microgen/stock.adobe.com
Symbolfoto

Das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow gibt seine Klinik für Kinder- und Jugendmedizin auf. Zum 31. Juli 2026 endet der Betrieb, heißt es in der Mitteilung. Der Träger, das Diakonissenhaus Teltow, begründet den Schritt mit der zunehmenden Ambulantisierung und den Strukturvorgaben der Krankenhausreform. Die stationäre Versorgung der Region übernimmt das Klinikum Ernst von Bergmann (EvB) in Potsdam.

Der Schritt kommt nicht überraschend: Erst im Februar 2026 hatten das Klinikum EvB und das Diakonissenhaus eine engere trägerübergreifende Kooperation bekanntgegeben – auch in der Kinderheilkunde. Die Schließung der Klinik ist die konsequente Fortsetzung dieser Strategie.

Wir sehen aufgrund der sich rasant verändernden Rahmenbedingungen keine andere Möglichkeit.

„Der Gesetzgeber fordert den Umbau der medizinischen Leistungen gerade kleinerer Häuser", sagt Prof. Hans-Ulrich Schmidt, kaufmännischer Vorstand des Diakonissenhauses. „Wir bedauern diesen Schritt, sehen aber aufgrund der sich rasant verändernden Rahmenbedingungen keine andere Möglichkeit.“

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Die Kinder- und Jugendmedizin gilt bundesweit als das Fachgebiet, das am stärksten von der Ambulantisierung erfasst wird. Der Rückgang stationärer Fälle ist hier seit Jahren dokumentiert. Das Haus in Ludwigsfelde ist kein Einzelfall, sondern ein Beispiel für den Strukturwandel, der viele kleinere Häuser trifft.

Ludwigsfelde richtet sich neu aus

Das Krankenhaus selbst bleibt bestehen und soll sich profilieren: Die Leistungen in Innerer Medizin, Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie und Geriatrie werden ausgebaut. Die Rolle in der Notfallversorgung bleibt erhalten. Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg ist über die Schließung der Klinik informiert.

Für das betroffene Personal gilt: Ärztinnen und Ärzte werden bei der Suche nach Stellen in der Region aktiv unterstützt. Pflegefachkräfte erhalten Angebote für den Einsatz auf anderen Stationen im Haus.

Verbund wächst weiter

Das Diakonissenhaus Teltow hat sich in Brandenburg zuletzt deutlich vergrößert: Im Mai 2025 übernahm der Verbund das insolvente Krankenhaus Guben, im April 2026 die Mehrheitsanteile an der Lausitz Klinik Forst vom EvB. Mit mehr als 4200 Mitarbeitenden und sechs Krankenhäusern in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt gehört das Diakonissenhaus Teltow zu den größeren diakonischen Verbünden im Nordosten.

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