Gewerkschaft

Streik am Universitätsklinikum Düsseldorf muss abgesagt werden

Auf gerichtliche Anordnung muss die Gewerkschaft Verdi ihren aktuellen Streikaufruf zum Teil widerrufen. Das teilte das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) am Dienstag mit.

Universitätsklinikum Düsseldorf

Einen Teil ihres Streiks musste die Gewerkschaft Verdi auf gerichtliche Anordnung aufgeben.

Das Arbeitsgericht Düsseldorf hat in fünf Stationen einen weiteren Warnstreik untersagt, nachdem das UKD am Montag  eine einstweilige Verfügung beantragt hatte. Das Gericht bezeichnete in seinem Beschluss den angekündigten Streik als „unverhältnismäßig“, da durch ein Niederlegen der Arbeit für die Patienten „Gefahr für Leib und Leben" bestehen würde. „Verdi ließ uns keine Wahl“, erklärte Prof. Dr. Klaus Höffken, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKD. Die Funktionäre hätten die Schließung von Stationen gefordert, auf denen Patienten mit Krebserkrankungen, Unfallfolgen, Hirntumoren oder nach frischen Operationen liegen würden. „Daher waren wir zu diesem Schritt gezwungen“, betonte er.

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Streiks den Betrieb am UKD eingeschränkt. Die Gewerkschaft fordert Gespräche mit der Klinikleitung, um über einen Tarifvertrag „Entlastung“ zu sprechen, der die Arbeitsbedingungen des Klinikpersonals verbessern soll. Das UKD weist diese Forderung zurück: Nicht die Klinikleitung könne über Tarifverträge entscheiden, sondern die zuständige Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL).

Gesetzliche Vorgaben für Mindestpersonalbesetzung als Lösung

Vorstandsvorsitzender Höffken hält eine bundesweit gesetzlich vorgegebene Mindestpersonalbesetzung für den richtigen Weg, das Klinikpersonal zukünftig zu entlasten. „Über eine solche gesetzliche Regelung könnte auch direkt die Finanzierung zusätzlicher Stellen geklärt werden. Ganz abgesehen davon, dass die Sondierungsgespräche der Koalitionäre der zukünftigen Bundesregierung dies jüngst ebenfalls als Sofortmaßnahme vereinbart haben“, so Höffken.

Die Gewerkschaft Verdi hatte seit September zu mehreren Streiks an deutschen Kliniken aufgerufen. Das betraf neben dem UKD auch das private Helios Amper-Klinikum Dachau sowie das katholische Marienhaus Ottweiler. Als Grund für die Streiks gibt die Gewerkschaft einen starken Personalmangel und damit einhergehend belastende Arbeitsbedingungen für das Klinikpersonal an. Nach einer Verdi-Erhebung fehlen bundesweit 162 000 Stellen in Krankenhäusern, allein 70 000 Stellen für Pflegefachkräfte.

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