
„Erneut sehen wir uns dem Vorwurf der bewussten Falschabrechnungausgesetzt und werden damit wieder einmal kriminalisiert. Auch das neue Papier des Bundesrechnungshofs, das von der „Welt“ heute ausführlich thematisiert wird, versteht offenbar nicht, wie die Zahlen zustande kommen.“ so Düllings.
Was auch im Papier des Bundesrechnungshofs offenbar fehle, sei die Unterscheidung zwischen Falschabrechnung und strittiger Versorgungsform. Die aus der fehlenden Differenzierung abgeleitete Behauptung, 50 Prozent der Abrechnungen seien falsch, stimme somit nicht. Eine Analyse der Daten des MDK Nordrhein durch Kaysers Consilium hätte ergeben, dass über 96 Prozent der Abrechnungen korrekt seien. Was als Falschabrechnung behauptet werde, seien korrekte Abrechnungen von Leistungen, die der Medizinische Dienst der Krankenversicherung als falsche Versorgungsform einstufe.
Kritik an Kontrollen des MDK
Bei diesem Vorgehen von Krankenkassen und MDK handele sich um eine vom VKD seit langem kritisierte Fehlentwicklung der Prüfpraxis, die korrigiert werden müsse, sonst werde sich die Situation für die Kliniken weiter verschärfen. Viele von ihnen würden schon heute durch die exzessiven Kontrollen des MDK an den Rand der Insolvenz gedrängt. Düllings: „Die eigentlich richtige Zielsetzung der Rechnungsprüfung wurde von vielen Krankenkassen zweckentfremdet und zur Zwangsrabattierung missbraucht.“
Der Bundesrechnungshof wolle nun noch mehr Kontrollen sowie Sanktionen, ohne das Problem verstanden zu haben. „Dieses Problem besteht maßgeblich in einer Verquickung der Interessen von Krankenkassen und MDK. Rechnungsprüfung ist das strategische Instrument zur Strukturbereinigung und ein Gutwort für Insolvenztreiberei. Es ist kein Wunder, dass die Gesetzliche Krankenversicherung auch im Jahr 2018 einen Überschuss in Höhe von zwei Mrd. Euro ausweist. Inzwischen hortet sie über 21 Mrd. Euro. Permanent fünf Mrd. Euro werden den Krankenhäusern durch oft langjährige Klageverfahren und die Möglichkeit, strittige Beträge mit unstrittigen Beträgen zu verechnen, vorenthalten. Der VKD fordert daher seit längerem eine Umwandlung des Medizinischen Dienstes in ein unabhängiges Prüfinstitut. Und das ist übrigens auch die Zielsetzung des jetzt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgelegten Referentenentwurfs für eine MDK-Reform“, so Düllings.







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