
Das Büro im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg ist von außen unscheinbar. Innen zeigt es eine kühle Ästhetik. Die Einrichtung ist minimalistisch, an der Wand ein leuchtender Schriftzug – Famedly. So heißt das Unternehmen von Dr. Niklas Zender und Dr. Phillipp Kurtz. Die beiden Gründer und Geschäftsführer sitzen auf einem großen blauen Sofa nebeneinander, bereit, um über ihre Arbeit zu sprechen.
Zender, schulterlanges Haar, tauscht vorher noch schnell die Lederschuhe gegen blaue Laufschuhe. Und Philipp Kurtz wartet so lange mit offenem, freundlichem Blick, die grüngepunkteten Socken blitzen unter der Hose hervor. Zugeknöpfte Typen sind sie nicht.
Es herrscht eine lockere Atmosphäre. Ganz so, wie man sich das in einem Start-up vorstellt. Vor ihnen auf einem Glastisch steht ein stilisiertes blaues F, ihr Unternehmenslogo. Famedly – das ist ein Kunstwort. Es setzt sich aus den englischen Worten family und medical zusammen. Eingefallen ist es Zender unter der Dusche, wie er gut gelaunt und unter Gelächter verraten wird. „Es beschreibt unsere Idee einfach gut: die Gesundheitsbranche so eng zusammenzubringen wie eine Familie“, sagt Kurtz.
Der Name Famedly beschreibt unsere Idee einfach gut: die Gesundheitsbranche so eng zusammenzubringen wie eine Familie.
Wie das funktionieren soll? „Jede Familie hat eine WhatsApp-Gruppe, in der sie sich Nachrichten hin- und herschickt. Das wollten wir auch fürs Gesundheitswesen erschaffen“, erklärt Phillipp Kurtz. Denn WhatsApp ist zwar der meistgenutzte Messengerdienst, über den schnell und einfach Texte, Bilder und Sprachnachrichten verschickt und kommentiert werden können. Im Gesundheitswesen ist dieser Dienst für die Weitergabe sensibler Gesundheitsdaten nicht zulässig. Allein schon aus Datenschutzgründen, weil Patienteninformationen dadurch auf Servern außerhalb der EU landen.
Famedly hat deshalb einen TI-Messenger entwickelt, der eine sichere chatbasierte Kommunikation in Echtzeit innerhalb des Gesundheitssystems gewährleistet: Für jede Einrichtung wird ein eigener Server in Deutschland von Famedly betrieben, die Kommunikation ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt und sensible Daten bleiben so innerhalb einer souveränen Infrastruktur. Kurze, wichtige Nachrichten wie Rückfragen zur verordneten Medikation oder Rückrufbitten können direkt und aufgrund der Interoperabilität – also unabhängig davon, welche Messenger-Anbieter verwendet werden, und mit Hilfe von gleichen Standards – sektorenübergreifend versendet werden.
Vom Arzt zum Unternehmer
Die Idee dazu hatten Niklas Zender und Phillipp Kurtz schon als Medizinstudenten. Von 2011 bis 2018 studierten sie in Frankfurt am Main und lernten sich in dieser Zeit kennen. Zender, der Leichtathletik auf Leistungssportniveau betrieben hatte, kam früher häufig mit Ärzten und Physiotherapeuten in Kontakt. Aus Interesse am menschlichen Körper schrieb er sich nach dem Abitur für Medizin ein.
Kurtz hingegen wollte ursprünglich Hirnforscher werden. Seinen Doktor machte er in Wahrnehmungspsychologie. Doch im Praktischen Jahr stellten beide unabhängig voneinander für sich fest, dass sie sich ein Berufsleben als Arzt nicht mehr vorstellen konnten. „Die Prozesse und die Arbeitsweise im Gesundheitswesen haben mich genervt, so wollte ich als Arzt nicht arbeiten“, sagt Kurtz.
Er hatte sein Praktisches Jahr in Moskau, Buenos Aires und Berlin verbracht. „Da ist mir aufgefallen: Wenn es um Digitalisierung geht, hinkt die Gesundheitsbranche der normalen Gesellschaft einfach meilenweit hinterher.“ In Moskau musste er schon mal Bücher von einem Haus ins andere tragen, um etwas darin notieren zu lassen. Dann ging es wieder retour. In Berlin war es auch nicht besser. Da wurden Daten vom 16. in den 21. Stock gefaxt. Dass Informationen in Krankenhäusern noch immer so übertragen werden, befremdete ihn: „Ich wollte, dass der Informationsaustausch im 21. Jahrhundert anders aussieht.“
Zu den Personen

Dr. Niklas Zender (35) und Dr. Phillipp Kurtz (34) sind Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens Famedly. Ihr Ziel ist es, mit Hilfe eines TI-Messengers die Kommunikation des Gesundheitswesens schneller, sicherer und digitaler aufzustellen. Beide haben von 2011 bis 2018 Medizin in Frankfurt am Main studiert und sich als Kommilitonen kennengelernt. Nach ersten Berufserfahrungen im Gesundheitswesen sahen sie Verbesserungspotenzial bei der Informationsweitergabe sensibler Gesundheitsdaten. Sie entwickelten gemeinsam die Idee einer chatbasierten Kommunikation.
2019 gründeten sie schließlich ihr Unternehmen in Berlin, da sie dort bessere Fördermöglichkeiten vorfanden. Heute bezeichnen sie sich als Vollblutunternehmer und wollen auf diese Weise das Gesundheitswesen über alle Sektorengrenzen hinweg verbessern.
Zender kommt aus Wehrheim in der Nähe von Frankfurt. Kurtz stammt aus Wertheim, nahe Würzburg. Heute leben sie mit ihren Familien in Berlin, dem Sitz ihres Unternehmens. Niklas Zender hat mit seiner Lebensgefährtin ein 15 Monate altes Kind. Kurtz und seine Ehefrau sind im Dezember Eltern eines Sohnes geworden.
Ähnlich erging es Niklas Zender: „Es war ganz lustig. Phillipp war in Moskau und erzählte vom gleichen Problem, das ich in Frankfurt am Krankenhaus hatte.“ Beide kamen zum Schluss: Es braucht eine bessere digitale Infrastruktur. Aus dem ersten Impuls entwickelten sie eine Idee, die immer konkreter und ausgereifter wurde.
Was ihnen aufgefallen war: Zum damaligen Zeitpunkt gab es keine Möglichkeit, sich sicher über Patienten auszutauschen, sei es zwischen verschiedene Abteilungen innerhalb eines Krankenhauses oder zwischen Krankenhaus und Arztpraxen. „Das war eigentlich der Startschuss für Famedly“, so Zender. Ernüchtert vom Klinikalltag kehrten beide nach dem Praktischen Jahr ihrer aktiven Laufbahn als Arzt den Rücken. Stattdessen wollten sie den Schritt in die Unternehmensgründung wagen. Zwei Ärzte, noch ohne Managementerfahrung, dafür aber mit viel Enthusiasmus und Gründungseifer.
Lass uns nach Berlin gehen. Das ist doch die Start-up-Hauptstadt.
Nur kamen sie in Frankfurt schnell ins Stocken. Eine Gründungsförderung war nicht in Sicht. Auch ein Büro wurde ihnen von der Universität nicht zur Verfügung gestellt. Kurtz, dessen Mutter ursprünglich Berlinerin ist, sah in der Stadt an der Spree einen guten Ort für einen Neustart. „Komm, lass uns nach Berlin gehen. Das ist doch die Start-up-Hauptstadt“, sagte Phillipp Kurtz damals. Niklas Zender war dazu bereit. Was folgte, war eine Orientierungsphase über mehrere Wochen. „Wir haben uns praktisch in Phillipps Wohnzimmer eingeschlossen und uns nach Förderprogrammen umgeschaut“, beschreibt er die erste Zeit. Sie waren erfolgreich – sie erhielten das Berliner Startup-Stipendium.
Schneller Aufstieg zum Markführer
Dann ging alles Schlag auf Schlag. Mit einer weiteren Förderung, dem EXIST-Stipendium, konnte die Idee richtig ausgearbeitet werden. 2019 gründeten sie schließlich ihr Unternehmen. Im Februar 2021 wurde eine erste Finanzierungsrunde über einen hohen sechsstelligen Betrag abgeschlossen. Investor war das aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen. Im selben Jahr unterstützte Famedly die Nationale Agentur für digitale Medizin (Gematik) beim Erstellen der Spezifikation des TIMessengers. Im Folgejahr erhielt Famedly eine zweite Finanzierungsrunde über 2,5 Millionen Euro.
Ein erstes Großprojekt realisierten sie 2023, als der Messenger mit der Gesellschaft für digitale Services der Apotheken (Gedisa) in mehr als 13.000 Apotheken an den Start ging. Und schließlich erhielt Famedly als erster Anbieter 2024 die Zertifizierung für ihren TI-Messenger durch die Gematik.
Famedly
Das Unternehmen Famedly konzentriert sich seit seiner Gründung auf ein einziges Produkt – den TI-Messenger. Das ist ein Kommunikationsdienst, der speziell für das Gesundheitswesen entwickelt wurde, um die Zusammenarbeit innerhalb einer Gesundheitseinrichtung beziehungsweise zwischen verschiedenen medizinischen Einrichtungen und Akteuren zu verbessern. Darüber wird medizinischem Personal der Austausch sensibler Patienteninformationen wie Röntgenbilder, EKGs, Laborwerte oder andere Dateien in Echtzeit, unter Wahrung des Datenschutzes und unabhängig vom Ort ermöglicht.
Obwohl noch ein junges Unternehmen, ist Famedly in dieser Sparte bereits erfolgreich. Die beiden Gründer konnten sich durch ihre Kenntnis in diesem Bereich hervortun und haben 2021 dazu beigetragen, gemeinsam mit der Nationalen Agentur für Digitale Medizin (Gematik) die Spezifikation für TI-Messenger zusammenzustellen. Als erster Anbieter hat Famedly 2024 die Zulassung der Gematik für den TI-Messenger erhalten.
Ein internationales Team aus gut 50 Mitarbeitenden kümmert sich bei Famedly darum, den Messenger weiter zu optimieren. Mittlerweile nutzen Krankenhäuser und vor allem Universitätskliniken wie die Universitätsmedizin Frankfurt oder die Berliner Charité das Kommunikationstool. Die meisten TI-Messenger werden momentan aber noch in Apotheken, Pflegediensten oder Praxen eingesetzt.
Das Unternehmen wurde zum Marktführer, die Zahl der Kunden wächst stetig. Erst im Dezember gewann Famedly die Charité-Ausschreibung für die Bereitstellung und Implementierung eines TIMessenger. Auch außerhalb von Deutschland steigt das Interesse. In Österreich wird der Messenger bereits genutzt, ein Projekt in Polen wird gerade gestartet. In Frankreich, Spanien und Italien werden Markterkundungsprogramme durchgeführt.
Das vergangene Jahr haben sie erstmals positiv abgeschlossen. Kommendes Jahr sollen zehn Millionen Euro Umsatz erreicht werden. Von einem Start-up will Kurtz deshalb auch gar nicht mehr sprechen. Er definiert Famedly inzwischen als KMU, kleines mittelständisches Unternehmen.
Ich habe das Gefühl, dass ich den Menschen, die diesen wunderbaren Beruf als Arzt ausüben, tatsächlich damit helfen kann. Dass ich deren Leben besser machen kann. Das ist es, was mich heute motiviert.
Wehmut, dass sie ihre ärztliche Laufbahn hinter sich gelassen haben, empfinden die zwei Geschäftsführer nicht. In Famedly haben sie eine Wirkungsstätte gefunden, in die sie gern ihre ganze Kreativität und Energie stecken. Als Ärzte sehen sich beide nicht mehr primär. „Man muss dem Projekt alles widmen, wenn man wirklich erfolgreich sein will. Das tun wir. Deswegen würde ich eher sagen, dass wir Vollzeitunternehmer sind, wahrscheinlich sogar Vollblutunternehmer“, meint Kurtz. Für ihn war ihr zurückgelegter Weg zum eigenen Unternehmen genau richtig: „Ich habe das Gefühl, dass ich den Menschen, die diesen wunderbaren Beruf als Arzt ausüben, tatsächlich damit helfen kann. Dass ich deren Leben besser machen kann. Das ist es, was mich heute motiviert.“
Das nächste Ziel vor Augen
In Krankenhäusern, vor allem Universitätskliniken, häufiger aber noch von Apotheken, Praxen und Pflegediensten wird ihr TI-Messenger genutzt. Oft komme die Rückmeldung, dass es sich anfühle, als würde man tatsächlich WhatsApp nutzen. Für Zender und Kurtz ist damit ein Ziel erreicht: ihr Produkt so nutzerfreundlich und intuitiv bedienbar zu machen wie nur möglich. Dadurch, dass man für kurze Benachrichtigungen nun nicht mehr extra telefonieren, faxen oder eine E-Mail schreiben müsse, ergebe sich eine Zeitersparnis, so Kurtz.
Im Krankenhausalltag, wo Zeit ein knappes Gut ist, führt das zu einer Erleichterung bei den Beschäftigten. „Was man auch nicht unterschätzen darf: Viele geben uns das Feedback, dass es ein wertvolles Gefühl ist, in einem erlaubten Setting Informationen auszutauschen. Also zu wissen, dass man jetzt zum Beispiel für die Kommunikation untereinander nicht mehr WhatsApp oder eine andere Sonderlösung nutzt, obwohl das eigentlich nicht erlaubt ist.“
Über den Messenger abzufragen, wo ein Patient liegt, das wäre ein wirklicher Mehrwert. Auf der Integration in die Primärsysteme liegt aktuell unser Hauptfokus.
An der Optimierung des Messengers wird dennoch weitergearbeitet. Die Anwendung ist zwar schon sehr einfach. Doch gerade die Kopplung an die jeweiligen Primärsysteme in den Gesundheitseinrichtungen ist noch nicht so ausgereift, wie sich das sowohl die Kunden als auch die Geschäftsführer selbst wünschen. Ein Anwendungsbeispiel wäre, über den Messenger wichtige Informationen zu Patienten abzufragen. „Das wäre ein wirklicher Mehrwert.
Auf der Integration in die Primärsysteme liegt aktuell unser Hauptfokus“, sagt Zender. Um hier voranzukommen, muss Famedly kräftig investieren. „Wenn man sich unsere Entwicklungsressourcen anschaut, haben wir uns im letzten Jahr in diesem Bereich fast verdoppelt. Wenn der Trend sich so fortsetzt, werden wir in diesem Jahr noch einmal mehr in die Entwicklung stecken“, ergänzt er. Der Anspruch vom Famedly- Team sei es, den Messenger jeden Tag zu optimieren.
Dass ihr Unternehmen in so kurzer Zeit so schnell vorangekommen ist, macht Zender und Kurtz stolz. „Man muss sich mal überlegen: In Frankfurt haben wir an der Uni am Brunnen gesessen, Kaffee getrunken und gesagt, das wäre eine coole Sache. Jetzt arbeiten über 50 Leute bei uns und wir haben es geschafft, dass sie von unserer Idee leben können“, sagt Niklas Zender. Phillipp Kurtz kann seinem Co-Gründer nur zustimmen, schiebt aber noch hinterher: „Man darf sich darauf nicht ausruhen. Das ist jetzt ein Zwischenstand, aber den nächsten Schritt haben wir immer vor Augen. Es soll noch mehr kommen!“
Diese Herangehensweise – sich bestimmte Ziele zu setzen und diese nacheinander abzuarbeiten – hatten die beiden Unternehmer schon bei ihrer Ankunft in der Hauptstadt. „Wir haben uns Deadlines gesetzt, um nicht in einen Träumermodus zu verfallen und nach zwei Jahren festzustellen, dass man gar nichts erreicht hat“, erklärt Niklas Zender.
Erfolgreich durch gute Aufgabenteilung
Wie sie so auf dem Sofa sitzen und von ihrer Gründergeschichte erzählen, ist die Vertrautheit zwischen beiden zu merken. Immer wieder schauen sie sich an, geben sich gegenseitig Stichworte oder stellen sich einander Fragen. Dass die Freunde gemeinsam gegründet haben, ist für sie ein Glück – selbst, wenn eigentlich bei Start-up-Gründungen eher davon abgeraten wird. Trotzdem, ihre Freundschaft hat sich mittlerweile verändert. Man unternimmt privat nicht mehr so viel, wenn man sich jeden Tag im Büro sieht. Aber als Team unterwegs zu sein, nehmen beide als Bereicherung wahr. Man könne sich in schwierigen Zeiten gegenseitig motivieren. Wenn zum Beispiel ein Projekt nicht so vorankommt, wie geplant.
Ich gebe das Geld aus und Phillipp schaut, dass es nicht zu viel wird.
Das Rezept für ihre gute Zusammenarbeit ist eine sehr gute Aufgabenteilung. „Wir kennen die Stärke des jeweils anderen und respektieren diese. Jeder übernimmt die Aufgabe, in der er am stärksten ist. Ich sage immer: Ich gebe das Geld aus und Phillipp schaut, dass es nicht zu viel wird“, erzählt Niklas Zender und muss lachen. Neutraler formuliert übernimmt Zender gern den Part als technischer, Kurtz die als kaufmännischer Geschäftsführer. Ein weiterer Pluspunkt, als Duo zu gründen: Fällt einer aus, springt der andere ein. Außerdem können mittlerweile ihre Mitarbeitenden viel auffangen. Kurtz, der erst im Dezember Vater eines Sohnes geworden ist, konnte sich daher beruhigt aus dem Tagesgeschäft zurückziehen. „Ich hatte immer das Gefühl, dass es auch ohne mich läuft.“

Als Geschäftsführer nehmen sie heute eine andere Rolle ein als noch vor fünf Jahren. Am Anfang mussten sie noch alles selbst erledigen, heute delegieren sie Aufgaben an ihr Team, kümmern sich um die Unternehmensstruktur: Welche Teams braucht es für bestimmte Aufgaben, welche Summen müssen wofür investiert werden? Ihre Arbeitsbelastung ist hoch. Beide sind immer erreichbar. Aber noch stecken sie gern so viel Energie in ihr Unternehmen. Sie kennen dieses Arbeitsethos aus ihren eigenen Familien, sind gewissermaßen damit großgeworden.
Zenders Vater hat ein Steuerbüro aufgebaut. Kurtz’ Familie führt seit 240 Jahren ein Industrieunternehmen. Das Thema Selbstständigkeit mit all seinen Höhen und Tiefen war ihnen immer präsent. Für ihr Unternehmen zu brennen, aber dabei nicht auszubrennen, ist den zwei Gründern wichtig. Zender sucht im Sport seinen Ausgleich. In diesem Jahr wird er am Berlin-Marathon teilnehmen. Kurtz tankt auf Wochenendreisen wieder Energie. Beide sind zudem Väter, genießen die Zeit mit dem Nachwuchs.
Für die Zukunft haben sie noch viel vor. Derzeit prüft Famedly, ob der Messenger außerhalb des Gesundheitswesens vermarktet werden könnte. „Das geschieht vor dem Hintergrund, dass durch die aktuelle Weltlage die Souveränität einen riesigen Stellenwert gewonnen hat. Was wir anbieten, passt auch in andere Märkte wie staatliche Einrichtungen oder den Energiesektor“, erklärt Zender. Er hat die Vision, einen hochsicheren und souveränen Messenger für das Gesundheitswesen zu bauen, dessen technologische Aspekte für andere Branchen interessant sind.
In zehn Jahren sind wir mit Famedly der Marktführer für Kommunikation in hochregulierten Märkten in Europa. Das Zeug dazu haben wir.
Er ist überzeugt, dieses Ziel zu erreichen: „In zehn Jahren sind wir mit Famedly der Marktführer für Kommunikation in hochregulierten Märkten in Europa. Das Zeug dazu haben wir.“ Zunächst aber ist das Gesundheitswesen an der Reihe. Da soll es durch den TI-Messenger bald keine Informationsbarrieren mehr geben.
Das sagt die Jury
Dr. Niklas Zender und Dr. Phillipp Kurtz haben früh ein zentrales Defizit im Gesundheitswesen erkannt: fehlende sichere digitale Kommunikation. Auf Basis des Open-Source-Matrix-Protokolls entwickelten sie mit Famedly einen föderierten – also dezentral aufgebauten – Messenger und schufen damit gewissermaßen einen neuen Markt. Die beiden Mediziner überzeugen durch ihre klare Rollenverteilung, kluge Investorenentscheidungen, starke Überzeugungsarbeit bei Politik und Selbstverwaltung, erfolgreiche Großprojekte sowie ihre außergewöhnliche Ausdauer bei regulatorischen Hürden. Ihr Produkt denkt Kommunikation weiter und schafft die Grundlage für neue digitale Workflows im Gesundheitswesen.





Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen