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DefiziteJede zweite Klinik in Bayern kämpft mit roten Zahlen

Landkreis-Präsident Bernreiter warnt vor einer Senkung der Kassenbeiträge. Einige Kliniken in Bayern kämpfen um ihre Existenz. 

Kein Geld
Pixabay

Symbolfoto

Gerade erst hat der Freistaat über die sogenannten Schlüsselzuweisungen die Zuschüsse für Neubau, Sanierung und Gerätekauf an den 350 bayerischen Kliniken kräftig erhöht: um 140 auf nun 643 Millionen Euro.

Trotzdem stecken viele Häuser seit Jahren in tiefroten Zahlen, so berichtet der Merkur. Für Betriebskosten sowie Personal, Sachmittel und Energie können die Kliniken kein Geld des Freistaats verwenden, sie sind auf Erstattungen der Krankenkassen angewiesen. „Unsere Krankenhäuser sind chronisch unterfinanziert“, warnt der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Christian Bernreiter (CSU). „Der Fehler liegt im System“, sagt Bernreiter. Er spricht sogar von einer „Finanzdiktatur“ der Krankenkassen, die nicht einmal die jährlichen Tarifsteigerungen für das Personal ausgleichen.

Viele Kliniken haben über Jahre große Defizite angehäuft. Es seien nicht nur Kliniken in öffentlicher Hand von roten Zahlen betroffen, sondern auch privatisierte Häuser und gemeinnützige Krankenhäuser. Gründe gibt es viele. Häuser mt unter 200 Betten gelten langfristig nicht als überlebensfähig. Andere Einrichtungen kommen nicht mit den geringen Pauschalen, wie sie die Krankenkassen abrechnen, zurecht. 

Trotz der Probleme überraschte der Schätzerkreis vor zwei Wochen mit der Nachricht, dass die Krankenkassenbeiträge leicht sinken können – der Zusatzbeitrag, den allein die Arbeitnehmer zahlen, soll von 1,1 auf 1,0 Prozent abgeschmolzen werden. Bernreiter hält dies angesichts der Probleme „für Unsinn“, laut dem Merkur. Er hoffe, dass der Plan bei den Jamaika-Verhandlungen in Berlin gestoppt werde. Die künftige Bundesregierung habe die Aufgabe, das Krankenhauswesen zu sanieren.

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