
Das Landeskrankenhaus (AöR) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Minus von 11,4 Millionen Euro abgeschlossen. Das Ergebnis fällt somit etwas besser aus als prognostiziert – doch der Wirtschaftsplan für 2026 sieht ein noch höheres Defizit vor. Der Aufsichtsrat fordert ein Standort- und Personalkonzept.
Das Jahresdefizit von 11,4 Millionen Euro konnte vollständig aus Rücklagen gedeckt werden, teilte Geschäftsführer Dr. Alexander Wilhelm nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung mit. Gegenüber der Jahresprognose fällt das Ergebnis rund 400.000 Euro besser aus. Wilhelm sprach von „ersten kleinen Erfolgen des eingeschlagenen Konsolidierungsprozesses“.
Personalkosten als Haupttreiber
Das Landeskrankenhaus – größter Krankenhausträger im psychiatrisch-psychotherapeutischen und neurologischen Bereich in Rheinland-Pfalz – sieht die Hauptursache für das Defizit in erheblichen Personalkostensteigerungen. Um die gesetzlichen Anforderungen an die Personalausstattung zu erfüllen, sei die Einrichtung bewusst in Vorleistung gegangen, erklärte Wilhelm. Die gestiegenen Kosten hätten sich bislang jedoch noch nicht in allen Budgets vollständig niederschlagen können.
Trotz der leichten Verbesserung im Geschäftsjahr 2025 bleibt der Ausblick düster: Der Aufsichtsrat habe den Wirtschaftsplan für 2026 mit einem prognostizierten Minus von 14,1 Millionen Euro verabschiedet, heißt es in der Mitteilung.
Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Hoch (SPD), zugleich Gesundheitsminister von Rheinland-Pfalz, forderte weitere Konsolidierungsanstrengungen. Es solle ein Personal- und Standortkonzept vorgelegt werden, das auf die laufende Krankenhausreform abgestimmt sei. Innere Effizienzen, bessere Organisation und konsequente Digitalisierung seien nun geboten.
Scharfe Kritik am GKV-Spargesetz
Zusätzlich verschärft wird die Lage aus Sicht des Landeskrankenhauses durch das geplante GKV-Sparpakets der Regierung. Laut Hoch muss das Landeskrankenhaus durch die geplanten Finanzkürzungen mit einem zusätzlichen Fehlbetrag von rund 10 Millionen Euro pro Jahr rechnen.
Hoch appellierte an die Bundesregierung, den Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken grundlegend zu überarbeiten. „Gerade für ein Flächenland wie Rheinland-Pfalz gilt: Die Krankenhäuser in den Regionen dürfen finanziell nicht ausbluten, bevor die neue Struktur überhaupt greift“, so der Politiker. Er warnte vor einer Insolvenzwelle und Arbeitsplatzverlusten.









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