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BeschlussfassungRhön-Klinikum streicht Dividenden-Ausschüttung für 2020

Am 9. Juni 2021 fand die Hauptversammlung der Rhön-Klinikum AG statt. Beschlossen wurde unter anderem die Thesaurierung des Bilanzgewinns und die Aufnahme von Marco Walker in den Aufsichtsrat.

Konzernzentrale Rhön-Klinikum AG
Rhön-Klinikum AG

Konzernzentrale Rhön-Klinikum AG

Auf der 33. Ordentlichen Hauptversammlung der Rhön-Kliniken folgten die Aktionär*innen dem Vorschlag des Vorstands und Aufsichtsrats, für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 keine Dividende auszuschütten. Diese hatten der Hauptversammlung wegen der fortdauernden Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Ertrags- und Liquiditätslage vorgeschlagen, den Bilanzgewinn in Höhe von rund 193,2 Millionen Euro vollständig auf neue Rechnung vorzutragen. Die Thesaurierung des Bilanzgewinns soll die Kapital- und Liquiditätsbasis stärken und die Investitionsfähigkeit des Klinikunternehmens sicherstellen.

Auf der Tagesordnung standen neben der Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns und der Neuwahl eines Aufsichtsratsmitglieds auch die Beschlussfassung über die Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 sowie die Beschlussfassung zum neuen Vergütungssystem für den Vorstand. Die Aktionär*innen stimmten sämtlichen Tagesordnungspunkten zu. Vorstand und Aufsichtsrat wurden für das Geschäftsjahr 2020 mit klarer Mehrheit entlastet.

Appell an die Politik

Neben den Ausführungen über die Entwicklung des Geschäftsjahres 2020 und des ersten Quartals 2021, über die Rhön in der Vergangenheit bereits ausführlich berichtet hat, ging der Vorstand in seinem Bericht auf die erforderlichen Reformen im deutschen Gesundheitssystem ein.

In vielen Gesprächen mit Bundes- und Landespolitik brachte der Vorstand der Rhön-Klinikgruppe mehrfach seine Forderungen zum Ausdruck. Dazu zählen die Entbürokratisierung und Reduktion des Dokumentationsaufwandes für die Mitarbeitenden, die angemessene Finanzierung von Investitionen, eine verbindliche Planungssicherheit und einen vollständigen Ausgleich der Ergebnisausfälle für das Jahr 2021 unter Berücksichtigung aller Erlös- und Aufwandsarten sowie die Überarbeitung der deutschen Kliniklandschaft nach geordneten und transparenten Kriterien.

"Wir wurden gehört, nun ist die Politik gefragt, die erforderlichen Reformen auf den Weg zu bringen. Doch leider mahlen die politischen Mühlen sehr langsam, schließlich gilt es die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte zu korrigieren", sagte Dr. Christian Höftberger, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG.

Neues Vergütungssystem für den Vorstand

Marco Walker, 45, COO der Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA, Hamburg, und Geschäftsführer der Asklepios Kliniken Management GmbH, wurde in den Aufsichtsrat von Rhön gewählt. Er tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Gerhard Ehninger an, der sein Mandat niedergelegt hat und zum 15. Januar 2021 aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft ausgeschieden ist.

Darüber hinaus billigte die Hauptversammlung ein neues Vergütungssystem für den Vorstand, das der Aufsichtsrat entwickelt und im März 2021 beschlossen hat. Das Vergütungssystem für den Vorstand gilt ab dem 1. April 2021. Die Rhön-Klinikum AG setzt damit die geänderten regulatorischen Anforderungen zur Vorstandsvergütung nach dem Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) um. Das Vergütungssystem setzt einen Anreiz für eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung. Es legt eine Maximalvergütung fest und beinhaltet detaillierte Bestimmungen hinsichtlich der Festvergütung und der variablen Vergütungselemente.

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