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Paracelsus-KlinikenVerdi fordert Fortbestand des Konzerns statt kurzfristiger Profitmaximierung

Angesichts des unmittelbar bevorstehenden Verkaufs der insolventen Paracelsus-Kliniken mit insgesamt 5200 Beschäftigten präzisiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ihre Forderungen an den Gläubigerausschuss. Ziel des Käufers darf nicht kurzfristige Profitmaximierung sein, sondern der nachhaltige Fortbestand des Konzerns.

Sylvia Bühler, Verdi Vorstandsmitglied
Foto: Verdi

Sylvia Bühler, Verdi Vorstandsmitglied

„Im Gesundheitswesen tummeln sich inzwischen private Konzerne und Finanzinvestoren, bei denen nicht die Versorgungsqualität im Mittelpunkt steht, sondern die maximale Rendite“, kritisiert Sylvia Bühler, im Verdi-Bundesvorstand für das Gesundheits- und Sozialwesen zuständig. „Wir sehen in der Altenpflege, wohin das führt. Auch im Reha-Bereich haben wir schon reichlich Erfahrungen mit Hedgefonds und anderen Investoren gesammelt. Ein Verkauf der Paracelsus-Kliniken an einen Finanzinvestor oder einen Konzern mit kurzfristiger Profitorientierung ist mit Sicherheit nicht im Interesse der Beschäftigten und der Patienten“.

Konzern soll als Ganzes erhalten werden

Konkret fordert Verdi, dass der in Osnabrück ansässige Konzern als Ganzes eigenständig erhalten und weiterentwickelt wird. Auch müssen alle Standorte bestehen bleiben und der Konzerntarifvertrag weiter gelten. Eine weitere Unternehmenskonzentration zu Lasten der Beschäftigten und der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung lehnt Verdi ab. Deshalb darf es auch keinen Verkauf an Interessenten geben, die aus kartellrechtlichen oder anderen Gründen einzelne Standorten schließen müssten.

Die Gewerkschaft Verdi fordert zudem ein Bekenntnis des Käufers zur Mitbestimmung, und zwar sowohl betrieblich als auch im gesamten Unternehmen. „Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, aber Paracelsus hat sich da in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert“, kritisiert Bühler. „Wir fordern eine Zusammenarbeit mit den Betriebsräten auf allen Ebenen und einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat. Geschäftsführungen und Personalverantwortlichkeiten sind nur im Einvernehmen mit der Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat zu besetzen.“

Angemessene Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen für den zukünftigen Eigentümer ratsam

Darüber hinaus kritisiert Verdi die bereits stattgefundenen betriebsbedingten Kündigungen. Stattdessen fordert Verdi ein Konzept zur Personalbindung und -gewinnung, das Fort- und Weiterbildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und persönliche Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten einschließt. Würden bei der Auswahl des zukünftigen Eigentümers die Belange der Beschäftigten nicht ausreichend berücksichtigt, käme es voraussichtlich zu einer „Abstimmung mit den Füßen“, warnt Bühler. „Gerade in Zeiten eines größer werdenden Bedarfs an Fachkräften sind eine langfristige Perspektive für die Beschäftigten, eine angemessene Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen auch für den zukünftigen Eigentümer ratsam.“

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