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131 Millionen Euro FehlbetragVivantes Ergebnis 2023 fällt besser aus als geplant

Trotz eines Fehlbetrags von 131 Millionen Euro bei einem Gesamtumsatz von 1,5 Milliarden Euro zeigt sich Vivantes mit seinem Jahresabschluss ganz zufrieden. Angesichts der aktuellen Herausforderungen hätte das Ergebnis die Erwartungen übertroffen.

Vivantes Klinikum Auguste-Viktoria
Wuestenhagen/Vivantes
Das Vivantes Klinikum Auguste-Viktoria in der Außenansicht.

Der kommunale Berliner Klinikkonzern Vivantes legt seine Bilanz für 2023 vor und zeigt sich erfreut über den Zuwachs an Pflegekräften. Per Saldo konnten 814 neue Pflege- und Funktionskräfte gewonnen werden. Einen deutlichen Anstieg verzeichneten auch die Behandlungszahlen, die sich auf 528 173 summierten – und damit um fünf Prozent zum Vorjahr zulegten (2022: 513 870 Fälle). Die Behandlungen verteilten sich wie folgt: 188 280 stationär und 339 893 ambulant. Die Zahl der Operationen lag bei 88 657. Dennoch wurde ein Fehlbetrag von 131 Millionen Euro erwirtschaftet, der jedoch nicht so hoch ausfiel wie befürchtet.  Der Gesamtumsatz pendelte sich 2023 bei 1,5 Milliarden Euro ein.

Dr. Johannes Danckert, Vorsitzender der Vivantes Geschäftsführung, ordnet das Jahresergebnis 2023 ein: „Das vergangene Geschäftsjahr war abermals geprägt von erheblichen Kostensteigerungen im operativen Betrieb bei wieder nicht vollständiger Refinanzierung durch die Kostenträger. Das hat Vivantes wie die gesamte Branche vor große Herausforderungen gestellt. Gleichzeitig konnten wir unsere Leistung in der Patient*innenversorgung – gerade bei komplexen Leistungen – wieder spürbar steigern. Im laufenden Jahr werden wir uns den Herausforderungen der Klinikreform stellen und dafür Vivantes neu aufstellen.“

Vivantes im Überblick 2023

  • 8 Klinika und ein Fachkrankenhaus für Geriatrie
  • Umsatz: 1 502 Milliarden Euro
  • Personalaufwand: 1 142 Milliarden Euro
  • Materialaufwand: 370 Millionen Euro
  • EBITDA: -79,3 Millionen Euro
  • Jahresergebnis: -130,9 Millionen Euro
  • Investitionen: 152,2 Millionen Euro
  • Eigenanteil an Investitionen: 90,4 Millionen Euro

1100 neue Mitarbeitende

Insgesamt 19 208 Mitarbeiter*innen (2022: 18 090) aus über zehn Berufsgruppen und 126 Nationen waren 2023 bei Vivantes beschäftigt. Mehr als die Hälfte der Belegschaft gehörte dem Pflege- und Funktionsdienst an (10 699 Mitarbeitende). Insgesamt waren 13 764 Stellen in Vollzeit besetzt. Die Vivantes-Mitarbeitenden profitierten 2023 von einem deutlichem Gehaltsplus durch Tarifsteigerungen sowie einem steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleich von 3 000 Euro, der die gestiegenen Verbraucherpreise abzumildern versuchte. Auch den Beschäftigten der Tochtergesellschaften hat Vivantes diesen Inflationsausgleich gezahlt.

Das Unternehmen setzt sich durch die eigene Ausbildung im Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe für mehr Pflegenachwuchs ein. On top werden Fachkräfte aus dem Ausland rekrutiert. Im Jahr 2023 haben 118 Mitarbeiter*innen vorwiegend aus Tunesien, Algerien und Indien bei Vivantes ihre Arbeit aufgenommen, bis Ende 2024 sollen es rund 400 werden.

Stolz zeigt sich das Unternehmen mit Blick auf seine Frauenquote in Führungspositionen. 2023 waren 25 Prozent der Chefärzt*innenposten mit Frauen besetzt. Damit liegt Vivantes nach eigenen Angaben bundesweit an der Spitze.

Insgesamt 152,2 Mio Euro wurden für neue Gebäude, Technik und Einrichtung ausgegeben. Dabei lag ein besonderes Augenmerk auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Für rund 24,7 Mio Euro wurde Medizintechnik angeschafft. In die beiden Großprojekte in Neukölln und Schöneberg investiert Vivantes insgesamt rund eine halbe Milliarde Euro.  Der zweite Bauabschnitt am Auguste-Victoria-Klinikum geht voraussichtlich Ende 2024 in Betrieb. Die Fertigstellung des achtgeschossigen Nordkopfs am Haupthaus des Klinikums Neukölln steht noch aus.

Durch Neubauten und Sanierung konnte Vivantes seine ökologische Nachhaltigkeit voranbringen, heißt es. 2023 wurden rund 1200 Tonnen CO2 eingespart. Dies geht vor allem auf einen um 2,8 Millionen Kilowattstunden geringeren Stromverbrauch zurück. Dafür wurden LED-Lampen getauscht, Photovoltaik-Anlagen eingerichtet und energieoptimierte Pumpen eingesetzt.

 

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